Aktuelle Kategorie: Kolumne
Was machen eigentlich…? – Sabine Christ und Mate Galic

Die beiden waren ja sowas von eine Institution. Erst Housefrau, später House-TV bei VIVA, dem schrägsten und dilletantischstem Musik Sender zu der Zeit überhaupt: Sabine Christ und Mate Galic. Beide irgendwie zwar gleich in der Denke, aber trotzdem Gegenpole, wie man sie sonst kaum hätte auftreiben können.

Sabine Christ war das liebe Mädchen von nebenan, immer die erwachsenere von beiden, trotzdem schräg und Partyfrau. Mate Galic dagegen der verpeilte Star der Sendung. Es schien so, als wenn er dauerbreit vor der Kamera stand (ok, vielleich war er es auch). Seine Interviews mit den Gästen sind einzigartig, seine verschwurbelten Ansagen ein Fest. Und kaum zu glauben, dass er zu einem Macher geworden ist. Nachdem er VIVA verließ, war er schon verstärkt ls DJ aktiv, wurde dann aber Produktdesigner bei Native Instruments. Später Pressesprecher und seit 2009 technischer Leiter der Musik-Software- und -Hardware-Schmiede.

Sabine Christ blieb eine Weile länger bei VIVA und moderierte die Sendung bis in die 2000er hinein. Zeitgleich war sie als DJ aktiv, zog später aber nach Australien, wo sie jetzt ein zurückgezogenes Familienleben lebt und ab und zu doch mal wieder in die alte Heimat für einen DJ-Gig zurückkehrt.

Foto: Native Instruments / MySpace
Autor: Daniel
Was machen eigentlich…? – Ingo Sänger und Steffen Irlinger

Wer in den Neunzigern mit Techno seinen Lebensstil definierte, kam an der WDR-1IVE-Sendung „Treibhaus“ nicht vorbei. Moderiert hatten es damals von 1995 bis ca. 1998 (?) die beiden DJs Steffen Irlinger und Ingo Sänger, die – anfangs noch mit unbeholfenem Mixing – die dicksten Scheiben vorstellten. Grenzen gab es keine, ob nun House, Minimaltechno oder Drum’n’Bass. Hier ging alles und die Anmoderationen sind das Krudeste, was je über den Äther ging. Doch was machen die beiden jetzt?

Steffen Irlinger, mittlerweile 42 Lenze zählend, hatte noch einige Zeit den Hut als DJ auf und wandte sich dann ruhigeren Tätigkeiten zu. Er ist Mitglied der Band Donna Regina, schreibt Hörspiele und arbeitet als Music Supervisor für Fernsehen, Film und Hörfunk. Nebenher hat er die elektronische Musik und das Radio natürlich nicht vergessen und präsentiert die Sendung „Freischwimmer“ auf ByteFM.

Ingo Sänger ist noch ein wenig mehr in der Szene verwurzelt. Er ist weiterhin als DJ unterwegs, präsentiert eine eigene Partyreihe in Dortmund, betreibt das Label Farside Records und veröffentlicht nicht nur dort mit seinem musikalischem Partner Herb LF (Gush Collective) unter dem Pseudonym „Westpark Unit“ angenehm deepe elektronische SlowDown-Musik; Broken House, wie man es so schön nennt. Und er ist bei 1LIVE geblieben. Jeden Sonntag morgen von 2 bis 6 präsentiert er da den Partyservice.

>>> Steffen Irlinger mit Freischwimmer auf byteFM
>>> Ingo Sänger Soundcloud Mix
>>> Ingo Sänger Web-Seite


Autor: Daniel
10 Dinge, die einen guten DJ ausmachen – Teil 2

Weil’s so schön war:

Zehn weitere unumstößliche Tipps, die einen guten DJ ausmachen.

  1. Ein guter DJ steht auf seinem Promofoto nie ohne seine(n) Plattenkoffer/Platte/Kippe/Kopfhörer.
  2. Ein guter DJ schafft mindestens eine Flasche Wodka in seiner Spielzeit.
  3. Ein guter DJ hat auch dann seine Platten dabei, wenn er gar nicht auflegen soll und fragt andere DJs, ob er auch mal ran darf.
  4. Ein guter DJ spielt mehrere Wochen immer das gleiche Set.
  5. Ein guter DJ wartet nicht auf Bookings, sondern spielt schnell dann, wenn der auflegende Künstler gerade auf dem Klo ist.
  6. Ein guter DJ schraubt in Abwesenheit des Technikers erst einmal an der Endstufe herum.
  7. Ein guter DJ hat immer etwas Feuerwerk dabei.
  8. Ein guter DJ lässt von dem vor ihm spielenden DJ eine Intro-CD einlegen und abspielen.
  9. Ein guter DJ bildet mit einem mindestens genauso guten DJ ein DJ-Team.
  10. Und ein wirklich richtig guter DJ ruft immer den Namen der Stadt, in der er gerade spielt, ins Mikrofon.

Autor: Daniel
Jetzt weiß ich endlich…

von wem dieses mistig zusammengeschusterte Drecksteil von Produktion stammt, welches nach Partybesuchen immer im Gehör haften bleibt. Ich dachte ja eigentlich, die Zeit der gesampelten Liedgüter ist vorbei, aber nun ist ja der 80er-Schlager dran und gleich als erstes wird die Ikone schlechthin verwurstet: Nana Mouskouri.

Verbindet man mit dem Original noch Erinnerungen an die Kindheit, ist der Houseverschnitt einfach nur plump. GottSeiDank für alle Hitkinder gibt es das Teil jetzt in vielen supertollen Mixen auch in Deutschland und wurde mir heute schon mehrmals per Mail angepriesen. Na Danke. Kauft lieber das Urstück, das hat wenigstens noch witzigen Charme. Auch während eines Minimal-Sets; da bin ich mir sicher!


Autor: Daniel
10 Ausreden für DJs, wenn keiner tanzt

Seit Jahren tingele ich von Party zu Party und genauso lange sehe ich den DJs bei ihrer Arbeit zu. Jetzt habe ich es geschafft.

Zehn unumstößliche Ausreden für DJs, wenn keiner tanzt (die alle selbstverständlich schon benutzt worden sind):

  1. Die Anlage war viel zu leise.
  2. Die Anlage war viel zu laut.
  3. Die Tanzfläche war zu hell.
  4. Die verstehen keine gute Musik.
  5. Das Publikum war heute sehr verhalten.
  6. Ich hatte die falschen Platten mit.
  7. Ich war heute nicht so gut drauf.
  8. Die Gäste wollten ja nur Hits hören.
  9. Ich habe alle Hits gespielt, aber das Publikum wollte nicht.
  10. Ich spiele ja sonst keine WarmUps.

Autor: Daniel
10 Dinge, wie man mit Garantie an jedem Türsteher vorbeikommt

Seit Jahren tingele ich von Party zu Party und genauso lange sehe ich den Nachtleben-Leuten bei ihrer Arbeit zu. Jetzt habe ich es geschafft.

Zehn Ratschläge, wie man an jedem Türsteher vorbeikommt:

  1. Behaupten, man stehe auf der Gästeliste.
  2. Klarstellen, dass man ja den DJ/Veranstalter/Barbedienung kenne.
  3. Sagen, dass ja alle Deine Freunde auch schon drin wären.
  4. Sagen, dass man sonst auch immer reingekommen ist.
  5. Mit „Problemen“ drohen, wenn der Türsteher einen nicht reinlässt.
  6. Den Türsteher mit „Ey Alda“ anreden.
  7. Ihm einen Zug vom Joint anbieten.
  8. Ihn fragen, ob er mit seinen Muskeln irgendetwas kompensieren will.
  9. Erstmal ein Foto vom Türsteher machen.
  10. Dem Türsteher mit Trainingsanzug, Turnschuhen, weiße Tennissocken und Goldkette imponieren.

Autor: Daniel
10 Dinge, wie man sich beim DJ beliebt macht

Seit Jahren tingele ich von Party zu Party und genauso lange sehe ich den DJs bei ihrer Arbeit zu. Jetzt habe ich es geschafft.

Zehn unumstößliche Tipps, wie man sich beim DJ beliebt macht.

  1. Sich das Lied wünschen, was er gerade spielt.
  2. Sein Mixgetränk in die Steckdosenleiste vor ihm schütten.
  3. Seinen Laptop zuklappen.
  4. Auf die Bierflasche am Pult deuten und fragen, ob er die noch braucht.
  5. Still neben ihn hinstellen und die gesamte Playtime wie gebannt anstarren.
  6. In seinen Platten wühlen und ihm die geben, die er als nächstes spielen soll.
  7. In seinen Platten wühlen und die zeigen, die man auch hat.
  8. Zeigen, wie gut man die laufende Platte scratchen kann.
  9. Fragen, ob man bei ihm rauchen könne.
  10. Fragen, ob er denn was zu rauchen habe.

Autor: Daniel
10 Dinge, die einen guten DJ ausmachen

Seit Jahren tingele ich von Party zu Party und genauso lange sehe ich den DJs bei ihrer Arbeit zu. Jetzt habe ich es geschafft.

Zehn unumstößliche Tipps, die einen guten DJ ausmachen.

  1. Ein guter DJ trägt immer einen Schal.
  2. Ein guter DJ reißt bei jedem Break beide Hände in die Luft.
  3. Ein guter DJ kauft immer die Top50 der Groove-Charts.
  4. Ein guter DJ spielt alle Hits während seines Warmups.
  5. Ein guter DJ trägt feminine Sachen.
  6. Ein guter DJ hat immer eine Kippe im Mund.
  7. Ein guter DJ hat alle seine Freunde hinter dem DJ-Pult stehen.
  8. Ein guter DJ listet in seinem Promotext alle bekannten DJs auf, vor oder nach denen er jemals gespielt hat (oder es sich wünscht).
  9. Ein guter DJ schreibt in alle Slots seines selbstverständlich öffentlichen Booking-Kalenders bis Ende des Jahres das Kürzel tba.
  10. Ein guter DJ überzieht seine Playtime mindestens um 20 Minuten.

Autor: Daniel
Angst, Panik, Verfolgungswahn

Plattenfirmen sind schon ein lustiges Trüppchen. Die ganzen Jahre wurde man mit Promos zugeschmissen. Vinyl hier, CDs da. Krise? Quatsch. Trotzdem war die Angst schon da, vor «Raubkopien». Ich kann mich noch an das eine Daft Punk Album entsinnen, welches Journalisten nur in einem abgeschlossenen Raum anhören durften. Aller technischen Geräte entledigt und nur ein einziges Mal.

Mittlerweile hat sich jedoch das Promo-Verteilen übers Netz fast etabliert. Online also. Gerade kleinere Labels profitieren davon, da dies die Kosten praktisch auf Null hält, wenn man mal die investierte Zeit außen vor lässt. Man hat als Musikrezensent zwar keine hübschen Cover mehr, nix zum Verlosen und der physische Tonträger als Lohn für die Rezension entfällt auch, aber in heutigen Zeiten hört man sowieso alles digital und da passt ein MP3-File ganz gut.

Da machen wir mit, dachten sich die größeren Plattenfirmen und bemustern nun auch fleißig. Allerdings anders, als man es sich denken mag, denn jeder Musikredakteur wird per sé als Krimineller abgestempelt.

Nach einer unendlichen Anmeldeprozedur, bei der neben gefühlten Angaben wie Schwanzlänge, oder Pobackenspreizwinkel so ziemlich alles abgefragt wird, was laut Datenschutz noch gerade irgendwie rechtlich abgedeckt ist, darf man das kostbare Gut downloaden. Natürlich mit dickem Wasserzeichen versehen und einem seitenlangen Disclaimer und Nutzungsbedingungen in Großbuchstaben. Man fühlt sich sofort, wie ein Verbrecher. Hallo? Ich will die Musik doch nur anhören.

Die kleineren Labels sind dagegen diejenigen, die es kapiert haben und recht großzügig sind. Die allgemeine Denkweise: Das Liedgut landet so oder so in Tauschbörsen, Restriktionen hin oder her, und ist vielleicht sogar gleich eine gute Werbung. Also warum die einzigen quälen, die als Multiplikator den Labelsound auf Web-Seiten, in Magazinen, Radioshows oder als DJ auf Partys mit ein wenig PR versorgen?

Mp3s bekommt man zum Vorhören. Wenn es gefällt, auch zum Download. Ohne Wasserzeichen. Und auf Nachfrage sogar die original Masterfiles als WAV, wenn eine Datei defekt sein sollte. Und hat es was geschadet? Nein, im Gegenteil. Besagte Veröffentlichung war mehrere Wochen auf Platz 1 in den Downloadcharts in fast jedem MP3-Shop. Europaweit.


Autor: Daniel
DJ-Nieten

Vor einiger Zeit wurden DJ-Nieten durch natürliche Selektion knallhart aussortiert. Wer scheiße ist, keinen eigenen Stil hat oder einfach keine Ausdauer, war weg vom Fenster. Jetzt ist das anders. Ich bekomme in penetranter Regelmäßigkeit Promomails von den neuesten Nachwüchslern. Einige haben sogar ein Management. Die Mails sind hilflos, tumb und oft ist noch ein Promo-Mix dabei, der einem kalte Schauer über den Rücken laufen lässt, weil noch nicht einmal straighter Minimalsound ohne amtliches Holpern gemixt wird.

Trotzdem. Zirka drei bis fünf Monate nach diesen Spams, zieren die Namen der beworbenen Frischlinge die Flyer hiesiger Partys. Marketing ist eben alles und so muss es nicht verwundern, wenn ein als jüngste DJance Europas gepriesener Naivling „…nun in vier Farben erhältlich…“ ist (die Kleine hat also jetzt vier Anziehsachen) und zum Superschnäppchenpreis von nur 800 Tacken spielen kommt. Plus Fahrt, Hotel und Steuer versteht sich, verkackte Übergänge inklusive.

Das einzig Positive, was ich dem abgewinnen kann, ist jedoch die Gewissheit, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit, so wie allen anderen vor ihr auch, in spätestens einem Jahr in der Versenkung verschwunden sein wird.


Autor: Daniel
71 queries. 0,947 seconds.