DJ-Nieten

Vor einiger Zeit wurden DJ-Nieten durch natürliche Selektion knallhart aussortiert. Wer scheiße ist, keinen eigenen Stil hat oder einfach keine Ausdauer, war weg vom Fenster. Jetzt ist das anders. Ich bekomme in penetranter Regelmäßigkeit Promomails von den neuesten Nachwüchslern. Einige haben sogar ein Management. Die Mails sind hilflos, tumb und oft ist noch ein Promo-Mix dabei, der einem kalte Schauer über den Rücken laufen lässt, weil noch nicht einmal straighter Minimalsound ohne amtliches Holpern gemixt wird.

Trotzdem. Zirka drei bis fünf Monate nach diesen Spams, zieren die Namen der beworbenen Frischlinge die Flyer hiesiger Partys. Marketing ist eben alles und so muss es nicht verwundern, wenn ein als jüngste DJance Europas gepriesener Naivling „…nun in vier Farben erhältlich…“ ist (die Kleine hat also jetzt vier Anziehsachen) und zum Superschnäppchenpreis von nur 800 Tacken spielen kommt. Plus Fahrt, Hotel und Steuer versteht sich, verkackte Übergänge inklusive.

Das einzig Positive, was ich dem abgewinnen kann, ist jedoch die Gewissheit, dass sie mit großer Wahrscheinlichkeit, so wie allen anderen vor ihr auch, in spätestens einem Jahr in der Versenkung verschwunden sein wird.


Autor: Daniel
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