DJ Technic Crashkurs – Teil II – Das erste Mixing

Hier der zweite Teil der ae-pool-DJ-Crashkurs-Tipps. Nachdem die Grundlagen klar sind, kann es nun an das erste Mixing gehen.

Die ganze Technik steht, der Plattenteller dreht sich und der Verstärker wartet auf Arbeit. Die erste Platte aufzulegen, den Tonarm samt Nadel auf das Vinyl zu setzen und den Fader auf dem Mixer nach oben zu ziehen, dürfte ja wohl für niemanden ein großes Problem darstellen. Die darauffolgende Platte (logischerweise vom Stil irgendwie passend zu ersten) wird auf den zweiten Player gelegt. Und der Spaß kann beginnen.

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Mit dem Mixer wählt man den Kanal, den man auf dem Kopfhörer vorhören möchte (in dem Fall also der 2. Kanal). Sogleich ertönt die zweite Platte im Kopfhörer. Diese gilt es nun, von der Geschwindigkeit her, der gerade laut laufenden Platte anzugleichen. Ab hier spielt Euer persönlicher Mix-Stil eine besondere Rolle. Entweder man gleicht die Platte mit der laufenden Bass-Drum ab oder an den Snare bzw. Claps. Das macht man mit dem Pitchregler auf der rechten Seite des Turntables.

Je nach Bedarf schiebt man den Regler nach oben, um die Geschwindigkeit abzusenken oder nach unten um die Geschwindigkeit zu erhöhen. Mit Anschieben und Anhalten der reinzumixenden Platte gleicht man den Rhythmus an. Das ganze wird solange gemacht, bis die Bässe nicht mehr auseinanderlaufen. Gerade als Anfänger kann dieses Einpitchen genannte Vorgehen sehr lange dauern, doch von Mal zu Mal klappt es schneller, bis es aus dem FF kommt. (ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN).

Natürlich gibt es diese Beat-Keeper und -Counter, die mehr oder weniger zuverlässig, die BPM-Zahl anzeigen. Als grobe Orientierung mögen sie helfen (oder wenn man als DJ wieder zu viel vom Jägermeister hatte). Aber um Euch einen guten Rat zu geben:Das Gehör ist exakter und gerade bei gebrochenen Rhythmen sind diese Tools nutzlos.

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Jetzt sucht man sich die Stelle, ab der man die Platte reinmixen möchte und gleicht sie an. Hier bei sollte man auf den Takt achten. Bei einer normalen Houseplatte ist dies der 4/4-Takt. Das bedeutet, er hat eine Länge von 4 Bassschlägen. Beim zweiten und vierten Schlag ertönt zumeist auch noch zusätzliche eine Snare oder Clap. Hier kommt die Erfahrung als Plattenkonsument zum Tragen. Man weiß, ab wann, was einsetzt und man entwickelt ein gespür für die Musik. Idealerweise wird die einzumixende Platte immer mit dem ersten Taktschlag angeglichen.

Der schwierigste Teil wäre überstanden, fehlt jetzt bloß noch, die Platte in das laufende Stück einzumixen. Dazu einfach den Fader des 2. Kanals langsam hochziehen und den anderen absenken. Allerdings sollte man das nicht zu schnell tun, sonst merkt es die Zuhörerschar. Am einfachsten ist es, pro Bassschlag den Fader ein Stüchen höher zu ziehen. Man wartet am besten bis zum Ende der Platte damit ab. Der Großteil der produzierten elektronischen Musikstücke sind schon DJ-gerecht konzipiert. Das heißt, sie beginnen mit einer langen Rhythmus-Sequenz und enden auch mit einer. Dadurch wird das Mixen gerade für Anfänger viel leichter.

Eine andere Möglichkeit ist das Cutting, was gerade bei schnelleren und wilderen Tracks angebracht ist. Das funktioniert jedoch nur, wenn man seine Platten kennt und die ganze Sache auch in das Arrangement des gerade laufendes Tracks passt. Cutting ist das abrupte Überschneiden (cutten) von gerade laufenden Track zum nächsten. Allerdings sollte das nicht mitten in einer Sequenz geschehen, sondern am Ende eines Patterns bzw. der Taktreihe. Besonders effektvoll wirken Cuts bei einsetzenden Gesangseinlagen, Basslines und puren Rhythmus-Sequenzen. Der Zuhörer sollte den Cut hören, aber nicht von ihm aus dem Musikfluss gerissen werden. Beliebt ist das Cutting gerade im Drum’n’Bass, Elektronika und HipHop Bereich, aber auch – bei sparsamen Einsatz – sehr effektvoll und reizend während Techno & House Sets.

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Das Wichtigste am DJing ist jedoch, seine Platten zu kennen. Man sollte sie sich so zumindest ein- bis zweimal in voller Länge zu Gemüte führen. So spürt man selten eingebaute DJ-Fallen auf und bekommt ein Gefühl für das Arrangement eines Tracks. Das erspart böse Überraschung vor dem Publikum. Ihr wäret nicht die ersten, bei denen während des Mixing die laufende Platte aussetzt oder ein kurzer Break die gesamte Takt-Struktur durcheinander bringt. Beim gesamten Mixen gilt jedoch, ÜBEN ÜBEN ÜBEN. Manche Leute sind intuitiv schon sehr begabt und mixen von der ersten Stunde an wie Götter, andere brauchen doch schon monatelang Übung.

Foto: sxc / clix
Autor: Daniel
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