DJ Technic Crashkurs – Teil I – Grundlagen

Donnerstag, 29. Mai 2008 09:41 Uhr
Beitrag in Technik von Daniel 15.510

In loser Folge updaten wir unsere mittlerweile ja schon über acht Jahre alten DJ Crash-Kurs-Tipps, da diese ja noch ständig hier auf aepool gesucht werden. Das Ganze wird ungefähr vier Folgen haben und beginnt hier mit den Grundlagen. Ergänzungen, Hinweise und so weiter können natürlich in den Kommentaren abgegeben werden.

DER ANFANG
Als erstes benötigt man natürlich das Futter für die Crowd, sprich: ein paar hundert Scheiben sollten schon im Plattenköfferchen liegen, um auf den jeweiligen Geschmack der Leute einzugehen.

Daher ist es wichtig, dass man schon einige Zeit als „Consumer aktiv ist“, den örtlichen Plattendealer beim Vornamen kennt, bzw. gute schnellliefernde Web-Shops in den Favoriten hat und sich nicht nur auf einen Stil konzentriert. Exzellente Techno-DJ’s gibt es wie Sand am Meer, ebenso TopTwenty-spielende-DJs, gute House-DJ’s findet man schon seltener und was die gebrochenen Beats angeht, ist es schon ziemlich schwierig, jemanden zu finden. Natürlich kann man niemanden jetzt vorschreiben: „Spiel dies oder das, da gibt’s mehr Chancen aufzulegen“; jeder muss nach seinem eigenem Geschmack entscheiden, was er spielt. Wichtig sollte immer der Spaß an der Sache sein. Haben sich im privaten Fundus genügend Platten angesammelt, kann es losgehen.

DIE PLAYER
Sofern man noch keinen Turntable sein eigen nennen kann, sollte ihm das wichtigste Augenmerk gelten. Der Referenz-Turntable von Technics (MKII) ist in Wertstabilität und Verarbeitung immer noch ungeschlagen. Außerdem ist er mit seinem patentiertem Antriebssystem (durch den Magnetantrieb ist der Plattenteller ein Teil des Motors) kaum Gleichlaufschwankungen unterlegen und hat einen sehr hohen und starken Drehmoment. Viele der Konkurrenz-Produkte sind aber dicht daran, ihm den Rang abzulaufen. Insbesondere die neuen Tables von Numark und Vestax sind von der Bauqualität und technischen Erweiterungen her ebenso maßstabssetzend. Ein Tipp zum Beispiel auch die Player von American Audio. Durchzugsstark, solide und mit vielen Einstellmöglichkeiten sind es gute Player im mittleren Preissegment.

Als Einstiegsmodell kann man erst einmal nur die günstigen Player empfehlen. Reloop, mit Ihren Playern in der unteren Preisklasse, stellen prima Modelle für Leute mit schmalen Geldbeutel und hohen Qualitätsansprüchen dar. Wer es trotzdem gleich professionell möchte, liegt am besten mit dem „legendären“ Technics oder mit den edlen Turntables von Numark oder Vestax, die durch ihre mehr oder weniger nützlichen Gimmicks auffallen. Ein Pitch bis zu 12+/-, ölwannengelagerte Tonarme (zur Verbesserung des Rückkopplungsverhaltens) oder BPM-Zähler im Gerät sind nur einige. Pro Turntable fällt noch ein Slipmat an. Dieses erleichtert die Arbeit mit der gerade laufenden Platte und schont außerdem den Motor.

Richtlinie sollte Folgendes sein. Am besten ein gebrauches Set aus Player und Mixer erwerben. Dann merkt man schnell, ob einem das DJing lieg. Zum Üben reicht es allemal und wenn die Ansprüche und die Gewisshet gestiegen sind, wirklich als DJ einzusteigen, kann hochwertiges Material immer noch neu gekauft werden.

DIE SYSTEME
Die Wahl des Systems ist eine nicht ganz leichte Angelegenheit, sollte Nachwuchs-DJs aber vorerst ziemlich egal sein. Die sphärisch geschliffenen Nadeln liegen zwar besser in der Rille, sind aber vom Klangvolumen nicht so hochkarätig. Die elliptisch geschliffenen (teureren) Nadeln dagegen schöpfen aus Euren Platten das beste Klangpotiental heraus, verschleißen aber das Vinyl mehr. Clubbetreiber die das Letzte aus Ihrer PA rauskitzeln wollen, sei letzterer Nadeltyp empfohlen. Wessen Gehör nicht so audiophil verwöhnt ist und gerne mal die Platte spinnt, dem sei der sphärisch geschliffene Typ ans Herz gelegt.

DER MIXER
Beim Mixer sollte man auf seine persönlichen Bedürfnisse achten. Hat man dicke klobige Finger oder große Hände wäre es Blödsinn, wenn man sich ein Teil mit vielen kleinen Drehreglern beschafft und sie dann im Eifer des Gefechts nicht bedienen kann. Zwar sind alle Mixer langsam genormt, was die Abstände zwischen den Bedienelementen betrifft, aber man weiß ja nie. Der Mixer sollte einen sehr lauten Kopfhörerausgang haben, da der DJ besonders in Clubs schlecht vorhören kann.

Wichtiger Augenmerk beim Mixerkauf ist auch die Einsatzart und der Einsatzort. Für schnelle Home-Scratch-Orgien reicht ein kleiner Mixer mit zwei Fadern und einem Crossfader. Mag man es etwas größer oder plant, den Mixer auch mal auf Events mitzuschleppen. dann sollte es schon ein etwas größere Mixer sein. Mindestens 3 Fader (+ Crossfader), Klangregelung für jeden einzelnen Kanal, 2 Ausgangssignale und an der Frontplatte montierter und schnell auswechselbarerr Crossfader sind Minimum. Gängige in den Clubs etablierte Variante wäre die Pioneer-Modellreihe (DJM 500/600/800) oder die nobleren Allen&Heath-Modelle. Obwohl erstere in Sachen Haltbarkeit nicht das goldene vom Ei sind. Qualität hat seinen Preis, und wer die sucht, dem seien Mixer von Rodec oder Rane an’s Herz gelegt.

KOPFHÖRER
Mit als wichtigster Faktor sollte man den Kopfhörer nicht vergessen. Einige kluge Leute schwören zwar auf ihre fipsligen Ohrstöpsel ihres MP3-Players, aber wir legen Euch einen größeren Kopfhörer mit geschlossenen Muscheln ans Herz. Dieser schirmt die beim Mixen „störenden“ Töne gut ab und ist vom Komfort und Sitz um Längen besser. Ob man sich nun für den herkömmlichen Kopfhörerbau mit zwei Hörmuscheln entscheidet oder für die neueren DJ-Versionen mit nur einem Hörer, ist Gewohnheits- und Ansichtssache. Eine kleine Kaufhilfe ist vielleicht auch der Test von Technics- bzw. Sennheiser-Modellen bei uns.

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2 Kommentare

  1. Supi schrieb:

    Reloop kann ich als Einsteigermodelle guten Gewissens empfehlen. Ich hab 2000er MK2 vor meinen Techniks gehabt. Die Reloops tun ihren Dienst immernoch auf spontanen Gartenpartys oder Geburtstagsfeten. Für Fälle eben, wo mir meine Techniks zu schade wären. Die „billigen“ Player sind also kein rausgeschmissenes Geld (wenn sie denn halten).

    Beim Mischpult sollte man folgendes beachten: Bei günstigen Geräten sollte dieses auch simpel aufgebaut sein. Billige DJM- Immitate sehen zwar gut aus und haben hunderte tolle Funktionen, kranken aber oftmals an Materialschwächen. Wie schon beschrieben ist für zu Hause ein kleiner kompakter 2-Kanal-Mixer völlig ausreichend, ohne jeden SchnickSchnack. Mit schlecht eingesetzten oder gesampelten Effekten kann man ein Set auch gern verschlimmbessern.

    Noch ein Tipp:
    Sollte der Neu-DJ es anfangs schwer haben, die Geschwindigkeit einer Platte auf eine andere anzugleichen, bevor diese zu Ende ist, helfen kleine Tricks, um schnell zu Erfolgserlebnissen zu kommen:
    Greift am Anfang einfach auf eine Loop-Platte (Eine Platte, auf der es Beat-Samples auf Endlosschleifen gibt) oder ein schnell am Rechner erstellten Endlosbeat zurück. Das hilft, schneller ein Gefühl für Geschwindigkeiten zu bekommen ohne von Melodien oder Breaks abgelenkt zu werden.

    Donnerstag, 29. Mai 2008 | 12:14

  2. stieven schrieb:

    Wobei ich sagen muss das wen mann sich als ersten mixer einen Behringer djx 700/750 holt ist mann auch nicht verkert ist zwar schrott in der lebens dauer :)
    enelt aber sehr einem pioneer
    hatt ich auch als erstes.
    :)
    sorry meine tastatur spinnt abundzu ;)

    Montag, 5. Juli 2010 | 19:38


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