6 unentbehrliche Tipps für Digital-DJs

Mit dem Siegeszug der digitalen DJ-Performance fühlen sich nicht nur Nachwuchs-DJs überfordert. Im scheinbar unentwirrbar verwachsenen Dickicht der technischen Hilfsmittel und dessen Zusammenspiel in den Clubs verbergen sich ein paar Fallstricke, die jeder mit dem richtigen Wissen zu umgehen mag.

I. Qualitative Soundfiles

Es gibt seltsamerweise genügend DJs, die mit gerippten Youtube-MP3s, alten 128kbps-Dateien oder schlecht digitalisierten Vinyls antanzen. In Ausnahmefällen (superneue Promo) mag das zwar funktionieren, aber die Regel ist, dass der Sound dumpf und manschig auf seine hörbaren Frequenzen zerdrückt wird. Das hört sich nicht nur auf einer Clubanlage rotzig an. Mit 320kbps-MP3 fährt man bisher sehr gut. In einigen Fällen genügen sogar 192er-Files, doch gerade bei breitsprektigen Styles, wie beispielsweise Drum’n’Bass, Dub-Step oder Titel mit Gesangspart sollte die hohe Bitrate die erste Wahl sein. Mehrmalige Test haben gezeigt: WAV-Files sind zwar nett, bieten jedoch gegenüber einem 320er-MP3 auf Clubanlagen keinen hörbaren Vorteil.

II. Ordentliche Playlisten

Seine Digital-Files-Bibliothek sollte ein DJ einer gewissen Sortierung unterziehen. Das klingt leicht, stellt sich in der Praxis mit locker mal tausend Tracks als nicht so einfach heraus. Für Mac- und Traktor-User bietet sich eine Verwaltung der Tracks via iTunes an. Playlists sind schnell eingerichtet und intelligente Wiedergabelisten zaubern schnell eine Verzeichnis der meistgespielten und damit Lieblingstracks auf den Schirm. iTunes bietet zudem den Vorteil (gerade bei älteren Tracks), die Cover automatisch zu suchen. Der Import in Traktor und Co. geht dabei ebenso zügig von der Hand. Ob man die Titel nun nach Style in diversen Playlists sortiert, nach Kaufdatum oder anderen Kriterien, bleibt jedem selbst überlassen.

III. Den digitalen Plattenkoffer packen

Ebenso wichtig wie generelle Playlists, sind auf die jeweilige Venue zugeschnittete Verzeichnisse. So wie sich Vinyl-DJs zuhause vor das Plattenregal kauern und die passenden schwarzen Scheiben für den Abend vorselektieren, sollten Digital-DJs Ihre Files durchforsten und eine eigene Playlist für den Abend anlegen. So entfällt während des Auftrittes das hektische Hin- und Hergehüpfe zwischen den „General-Playlisten“, das Set erhält einen gewissen Fluss und es bleibt mehr Spielraum für kreatives Mixing.

IV. Musikbibliothek entrümpeln

Die Tracksammlung auf dem DJ-Laptop verwechseln viele noch mit einer privaten Musikkollektion. Komplette Alben, ganze EPs oder gar ganze Sammlungen? Haut alles weg. Wozu die Bibliothek mit Tracks zumüllen, die man sowieso nie spielt? Locker über die Hälfte der Files fliegen so von der Festplatte, machen die Kollektion übersichtlicher, leichter zu verwalten und hindern nicht mehr beim Durchsuchen. Auch zukünftig lohnt sich solch eine „Entrümpelungsaktion“. Viele Tracks werden mit der Zeit unaktuell und sowieso nicht mehr gespielt. Unsicher? Einfach eine temporäre Archiv-Playlist anlegen.

V. Keine Angst vor eigenem Midprice-Equipment

Der Mainact packt seinen Allen&Heath-Controller aufs Pult, der Gast-DJ punktet mit prunkvollem Traktor S4 und man selbst steht mit seinem Behringer-Controller da und fühlt sich irgendwie unwohl. Faxen. Günstige Controller und AudioInterfaces leisten nahezu ebensoviel, wie teures Profiequipment (sofern man auch Punkt 1 beachtet). Sicherlich kann man von einem 300-Euro-Controller mit haufenweise Ein- und Ausgängen keine Wunder erwarten. Da sollte schon beim Kauf eine gewisse Voraussicht mitspielen und zu Gunsten eines ordentlichen (integrierten) 24-Bit-AudioInterface‘, eher beim Controllerumfang Abstriche gemacht werden. Letztendlich wird aber höchstens der Techniker an dem Abend einen Unterschied merken. Ein kleiner Soundcheck oder ein kurzes Gespräch mit dem Techniker im Vorfeld (vor dem ersten Club-Gebrauch des Gerätes) können trotzdem nicht schaden. Fakt ist, dass die in Controllern verbauten Soundkarten bisher qualitativ besser abschneiden, als einzelne externe Billig-Interfaces.

VI. Mach es wie der Vinyl-DJ auch

Vieles lässt sich eins zu eins von Vinyl-DJs auf Digital-DJs übertragen. Das fängt schon beim Auspegeln der Tracks an. Vinylfreunde machen dies am Mixer. Laptop-DJs pegeln vorher einmalig in der Software und eventuell am Gain des Controllers auf +/- 0dB. AutoGain bleibt aus, ebenso wie die Traktor-Limiterfunktion. Erst dann wird am Mixereingang nachgeregelt. Logischerweise nicht unbedingt in den roten Bereich hinein. Keine Scheu, während des Sets mal auf die Tanzfläche zu huschen und ein Ohr zu riskieren, da merkt man schnell. ob es an Bass fehlt oder die Mitten/Höhen kreischen. Nicht immer ist ein Techniker vor Ort, der nachhilft.


Autor: Daniel
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