O.S.R «Sleepless in London EP»

Samstagabend, Gewitter.
Die Regentropfen trommeln an mein Fenster. Es ist zu schwül, ich kann nicht schlafen. Also gönn ich meinen Ohren mal diese neue OBC-E.P., thematisch passt sie ja wie die Faust aufs Auge.

“Sleepless in London” – wir streifen durch die Stadt, Big Ben schlägt 2 Uhr. Der Glockenklang dringt durch den dichten grauen Nebel langsam bis zu unserem Ohr vor. Finstere Gestalten in Form dunkler Bässe kreuzen unseren Weg und locken uns in düstere Ecken. Dicke Regentropfen fallen wie Melodien auf das schwarze Pflaster, in dem sich der Vollmond spiegeln.

O.S.R. nimmt uns mit auf die Reise in das geheimnisvolle nächtliche London. Liebevoll gestrickte Basslines und mysteriöse Melodien begleiten uns auf unserem Weg entlang der unter Nebel liegenden Themse. “Sleepless in London” – beängstigend und friedvoll zugleich. Was mag hinter der nächsten Ecke lauern?

Katalog ID: OBC-NET004
Format: MP3, 320kbps
Released: 04.07.2009

A1 Sleepless in London

Der Namensgeber der E.P. beginnt kraftvoll! Ein Glockenspiel, leicht verzerrt, die Melodie gefällt mir! Dazu feines Acidgeschraube. Es schraubt und schraubt, reißt mich mit.
Eine metallische Stimme spricht „Sleepless in London“, eine zarte Frauenstimme wiederholt diesen Text. Dann legt ein kräftiger, dumpfer Bass los. Sehr viel mehr passiert dann leider nicht mehr. Aber ich wippe bis zuletzt mit, die Energie springt auf jeden Fall über.

A2 Sleepless in London (Porzelline Remix)

Ein gebrochener Beat, ich bin gespannt. Satter Bass. Gefällt. Im Hintergrund wieder die vom Original bekannte Frauenstimme. Entfernt pumpt der Beat. Acid-Elemente schrauben sich ins Geschehen. Der Breakbeat geht verloren, versucht sich aber immer mal wieder in die mittlerweile grade Bassline zu schummeln. Ohne große Highlights stampft der Track schließlich seinem Ende entgegen.

B1 Introvinös

Mystisch, gar beängstigend nimmt uns der Titel mit auf die Reise, der Rhythmus herzschlagähnlich. Ein Beat. Weiter im Rhythmus. Wieder ein Beat. Die Bassline schleicht sich ein und wieder weg und wieder ein, die Melodiefläche steigt empor, um sich dann wieder zu verkriechen und uns aufs Neue mit nach oben zu nehmen. Nach drei Minuten fängt das Herz an zu rasen. Treibend aber nicht anstrengend schnell geht es voran. Zum Ende eine kleine Rhythmusstörung und aus die Maus.

B2 drops

Beginnt ohne großartig drum rum zu reden mit einem zackigen Beat. Nach und nach gesellt sich eine eingängige Bassline drum herum, die uns das gesamte Stück begleiten soll, dazu zwitschernde Bewegungen, bis schließlich die erste Melodielinie vorbeifliegt.
Nach einer kleinen Ruhepause kommen die „drops“ in Bewegung, tröpfeln kreuz und quer, sammeln sich am Boden zu kleinen Rinnsalen, die sich ihren Weg durch die Pflasterritzen suchen. Ab und zu springen sie über Bordsteine und glitzern im Laternenschein. „drops“ – sehr energiegeladen und vielschichtig.

net-004Alles in Allem ein akustisches Vergnügen! Je öfter man sie hört, umso mehr findet man in den Titeln. Das erste Mal hab ich die vier Stücke nur durch die Notebook-Lautsprecher quäken lassen, nun aber gönn ich meinen Ohren mal den Genuss über die heimische Anlage – zahlt sich aus, vieles erschließt sich mir erst jetzt.

Am besten gefällt mir „drops“, die Energie reißt mich mit, nimmt mich mit auf die Reise durch die regnerische Nacht (vielleicht passt’s auch grad am besten zum Wetter, welches ich hier beim Hören und Schreiben hab…). „introvenös“ bekommt von mir Silber, es ist ruhiger, zu Beginn hat es Ambient-Charakter, sehr stimmungsvoll, hat was!

Lob an O.S.R.! Weiter so!

>>>obc-records.com
>>>O.S.R


Autor: Anne
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