Karotte in Görlitz

Ein Uhr nachts. „Da ist richtig viel los, bin heute schon paar mal da hingefahren“ sagt der Taxifahrer. Angekommen vor dem Nostromo und wir sind erst mal angenehm überrascht. Ein großer sand-gefüllter Außenbereich empfängt uns. Ruhige Housemusik, ein paar Sitz- und Stehgelegenheiten, eine Cocktailbar, sommerliches Wetter – sehr angenehm und der Grund warum es drinnen zwar gefüllt aber nie berstend voll ist. Von einigen Begrüßungen und Gesprächen unterbrochen führt der erste Weg an die Bar – das Bier ist mäßig kalt. Die Microbodies spielen ihre letzten Platten und haben alles im Griff. Die Tanzfläche voll, die Musik groovend, die Beine schwingend. Das Club-Gefühl stellt sich ein.

Karotte fängt an und schraubt die Anlage erst mal ganz weit in den roten Bereich. Vor der – trotz Ohrschutz – unerträglichen Lautstärke fliehen wir in den Techno. Hier lässt Dani´es die Leute mit gemächlichem Techno zappeln. Auch uns packt der Rhythmus.

Irgendwann finden wir uns bei Karotte wieder, die Lautstärke ist etwas besser, der Beat sowieso. Wie von Karotte gewohnt lebt die Musik von markanten Unterbrechungen der Tech-House-Grooves. Das Zeitgefühl ist längst verloren. Noch mal kurz im Drum´n´Bass reingeschaut. Brachial statt virtuos geht es hier zu – danke heute nicht. Im Techno geht es jetzt mit Evok zackiger aber immer noch abwechslungsreich voran. Überhaupt war dieser Floor erstaunlich gut befeiert, wenn man an den großen Star und das in Görlitz so gehypte Drum´n´Bass denkt, hätte man eher mit gähnender Leere gerechnet.

Noch etwas treiben lassen und dann erschöpft draußen im Sand hocken, ein Schnitzelbrötchen mit dem letzten Bier herunter spülen, die Sonne begrüßen. Dezenter House von den Microbodies. Hochstimmung nach gelungenem Abend und körperliche Erschöpfung schaffen dieses typische Sonntag-Morgen-Gefühl das wir auf den nach Hause weg mitnehmen.

Karotte macht dann draußen weiter für die Unersättlichen… Eine echte Afterhour gibt´s ja auch nicht alle Tage. Wir haben Sie dennoch ausgelassen. Das Sonntag-Vormittag-Gefühl in den Federn ist auch nicht zu verachten.


Autor: Robert
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