Sonntags Click Clack

Sonntag mittag, die Sommersonne scheint immer mal zwischen die Wolken hindurch, die Jugend ist schon ganz hibbelig, wirft sich in Schale, es geht zum Tanz. Wie einst unsere Urgroßeltern wurden auch wir diesen Sonntag nachmittag zum Tanz geladen. Unter freiem Himmel fährt die Schowboxx am Dresdner Citybeach ein Riesen-Lineup auf. Und alle gehen hin…

Kurz nach 12 treffen wir ein. Schon auf dem Parkplatz laufen die ersten Bekannten über den Weg. Überschwängliche Begrüßung in freudiger Erwartung der Dinge. Dann rein. Das Gelände ist gespickt mit Bars, ein paar Sitzmöglichkeiten und einer Terrasse für den besseren Überblick. Das besondere aber: Die komplette Tanzfläche besteht aus Ostsee-Sand. Viele Leute nutzen die Schuhgarderobe (toll!) und tanzen barfuß.

Noch ist es angenehm gefüllt. Stimmung ist dennoch schon. Sascha Funke ist dann das erste Überflieger. Tolle Mischung aus uralten und neuen Geheimtipps. Er bewegt sich sehr funky zwischen House und Minimal. Echt cool! Moenster lassen anschließend mit treibendem und schiebendem Sound die Leute das erste mal ausrasten. Aber nicht ganz so mein Fall, also begebe ich mich auf die Suche nach Essbaren. Der notorisch überlastete Grill- und Salatstand glänzt mit langer Schlange, so dass ich lieber auf das Angebot eines Bekannten zurückkomme und mir einen mitgebrachten Burger einverleibe. Drinnen spielt mittlerweile Hemmann und Kaden ein sehr grooviges, mitunter housiges Liveset – das Highlight des Abends, ähh Tages.

Langsam wird es voller
und voller. Die tollsten Shirts und Sonnenbrillen werden ausgeführt, aber nicht prämiert. So ist das halt in der Showboxx. Was solls – die Musik ist adäquat und man trifft auch jede Menge netter Menschen. Koletzki spielt das aktuelle Klicker-Klacker, irgendwie nichts besonderes. Danach reissen die Wighnomy Brothers das Publikum mit. Abwechslungsreiche, pointierte Musik, tolle Show auf der Bühne aber auch z.T. miserables Mixing. Die beiden zu sehen ist dennoch ein Erlebnis.

Karotte ist als nächster an der Reihe. An Showtalent steht er den beiden kaum nach, musikalisch wird es gar noch ein wenig bunter. Und wieder lief die 18 Jahre alt „Age of Love“. Warum spielt die zur Zeit eigentlich jeder (mal abgesehen davon, dass es ein tolles Stück Musik ist), nachdem man sie ewig nicht vernommen hat? Nach 20 Minuten anstehen, gibt es dann doch noch ein Steak zu essen. Der Weg zurück ins Gelände wird beengt. Es sind solche Massen an Leuten drin, dass man kaum voran kommt. Auf der Tanzfläche ist es so voll wie in der Sprottendose, umfallen unmöglich, tanzen eigentlich auch. Alternativ gibt es mitwippen und jeden neu einsetzenden Bass mit hochgereckten Händen zu empfangen. Imposant, wenn tausende Arme plötzlich in die Höhe gehen.

Weniger Imposant die Musik
des letzten Künstlers und offenbaren Main-Acts Paul Kalkbrenner. Dieser erfreut sich nach dem Szene Films „Berlin Calling“ gerade in Sachsen einer ungeheuren Beliebtheit. Seine musikalische Darbietung beschränkt sich aber fast ausschließlich auf das Abspielen der Filmmusik. Gestreckt auf 2 Stunden zieht sich das aneinander reihen längst ausgelutschter Musik hin. Laaaangweilig – aber der Masse nicht. Die Stimmung ist am Sieden. Gänsehaut. Seltsam wie massenkompatibel ein durchschnittlich erfolgreicher Profideejay mit so einem Film plötzlich werden kann…

Halb elf ist dann endgültig Schluss. Naja draußen jedenfalls. In der Boxx gibt es eine Afterhour, die bis Montag oder gar Dienstag andauern soll. Wir sind uns jedenfalls einig, dass der Besuch sich auf jeden Fall gelohnt hat und gerade die ungewohnte Zeit sehr angenehm war. Die Musik im Großen und Ganzen natürlich auch.


Autor: Robert
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