Rotkäppchen geht in den Wald allein I

Rotkäppchen geht in den Wald allein
aus dem schallet der Beat gar fein.
Kesselhaus der Name
und ich ahne
das wird was, hier geht was – da geh ich mal rein.

.
Hart aber herzlich heißt die Parole, das Lineup stimmt neugierig und die Tagesform geht mit der Tanzlaune überein.

Schon beim Betreten des Kesselhauses vernehme ich Beats, die mir aus dem Keller entgegenschallen. Sie rufen mich: „Betanze mich!“

Na gut, da will ich mal nicht so sein. Sonst geht’s ja immer erst ne Begrüßungsrunde in Uhrzeigerrichtung durch Lounge und Housefloor, diesmal habe ich Mut zum Traditionsbrechen und gehe direkt in den Keller. Nicht mal den Zeitplan habe ich studiert. Keine Ahnung wer auflegt. Aber das ist ja auch nicht wichtig, solange es einen zum Ort des Geschehens zieht.

Was geht denn hier?! Der Keller rappelvoll, feiernde Menschen, zackige Musik. Holla!

Abwechslungsreiche Beats übernehmen die Kontrolle über mich. Zack! Schon wieder in die andere Richtung.

Kaum hab ich mich drauf eingetanzt – fatsch – gibt’s aufs Maul und es geht weiter. Ok, gewonnen. Oma muss auf den Kuchen warten, ich bin Marionette der Musik. Vor, zurück, zur Seite, ran – Zappelphillipp aktiviert. Da schraubt’s, da klopft’s – mein Grinsen friert sich fest. Ich erfahre, dass Sepvoid und Girard diesen geilen Scheiß produzieren und freue mich.

Kurz und knackig mal abgefeiert, dann wird’s mir zu bunt.
Nur höher, schneller, weiter, rechtsrum, linksrum, Qietsch, Gedöns – nein, ich fühle mich überfahren, resigniere und ziehen von Dannen.
Omi wartet… ich guck mal ob der Kaffee noch heiß ist.

Nach ner kleinen Stärkungspause mit Kaffee und Kuchen geht’s wieder rein. Nun aber mal oben gucken gehen. Auch hier wird getanzt – sehr schön.

Der Sound auch etwas härter als gewohnt. Dicke Beats, schiebende Flächen, kein Einheitsbrei, den man in diser Region sonst so vernimmt. Jaxson hatte Spaß, das übertrug sich auch aufs Publikum. Ich fand’s recht angenehm. Klasse, das gefällt auch! Aber der Kaffee…

Ts! Oma hat doch ne Mikrowelle, soll sie doch noch bissl in Ruhe stricken die Gute. Die hat eh soschlechte Augen, sieht die kleinen Zeiger ihrer Uhr kaum, da nehm ich mir einfach noch ne Stunde raus.

Wen man hier so alles tief im Lausitzer Wald trifft. Alte Zeiten werden im Gespräch wiedererlebt, neue Pläne gemacht, die musikalische Gegenwart genossen.

Die Lounge kommt mir heut gar sehr tanzfähig vor, vielleicht könnte man da mal wieder ne Kohle weniger auflegen. Besinnlicher, auch im Hinblick aufs letzte Kalendervierteljahr, zur Erhöhung des Chillfaktors.

Kurz, knackig, intensiv – so wirkt die Nacht auf mich.
Später als sonst dagewesen, eher als sonst weitergezogen aber zwischendrin exzessivst gefeiert.

Nun aber das Körbchen geschnappt und ab zur Omi.


Wie habt ihr’s erlebt?
Was waren eure musikalischen Sahnestücke?

>>> intensivcrew.de

Foto: intensivcrew
Autor: Anne
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