Party im Anthrazit Königswartha

Dienstag, 22. März 2005 10:25 Uhr
Beitrag in Partyreview von Clemens 94

anthrazit_190305_01Man fragt sich als Musikliebhaber immer wieder: „Wie kann man Techno hören, das ist doch alles das gleiche, dieses RumbsRumbs?“ Als Technokenner fragt man sich dann trotzdem auch: „Wie kann man sich jeglichen Core-Rhythmen hingeben?“ Diese Freaks sagen sich wiederum: „Lasst uns doch!“ Und man soll sie auch lassen.

So kamen am Wochenende wieder viele ins Core-Lager nach Königswartha – ins Antrazit. Kurz-Zeithistorisch: Nach dem das K– quasi zwangsgeräumt wurde, musste eine neue Bleibe für die recht kleine Splittergruppe der Core-Freunde gesucht werden. So fand man sich in auf einem alten Munitionsfabrikgelände zwischen Bautzen und Hoyerswerda wieder, und konnte, zwar schweren Herzens, immer noch an die geilen alten Preschener Tage in Erinnerungen schwelgend, weiter seinen Protest gegen den Massenzeitgeist in Form von Antigesellschaftballaden, die jene Parties schreiben, weiter leben.

anthrazit_190305_02Das Flair der K– – Parties sind bis heute nicht nachzuahmen gewesen. Wenn man bei der ganzen Diskussion um elektronische Musik noch von Subkultur reden kann, dann sicherlich hier, bei den Leuten.

Die Musik welche hier gespielt wird, sicherlich keine für jenen, welcher feine Nuancen und einfühlsame Texte liebt. Eher abgrundtief, randgruppendepressiv und surrealistisch dunkel, geht es oft nicht um Salben, sondern für jene Szene rollen Panzer und marschieren Soldaten am Rande der Gesellschaft gegen den Strom der Zeit. Beat für Beat schlagen die Herzen der Kapuzen- und Tarnfarbenträger weiter. Wochenende für Wochenende sieht man sich in familienähnlichen Gruppengebilden wieder, und immer wo anders.

anthrazit_190305_03Das Antrazit liegt im Wald, am Rand des Gewerbeparks des friedlichen Städtchens und besteht aus einem zentralen Gebäude einer ehemaligen Munitionsfabrik. Das abgezäunte Gelände drumherum bietet genug Platz für Parkmöglichkeiten. Der geländeumgebende Nadelwald trägt sein Übriges zum wohlbehüteten Feierambiente abseits von Verkehr, Mensch und den alltäglichen Problemen mit bei und sorgt sicherlich bei jenem oder anderem für schöne Erinnerungen.

Auch wenn man vorneweg wusste, was sich im Antrazit akustisch so über die Membrane ejakuliert, war das Programm recht hart. Konsorten wie unter anderen Kielce Terror Squad, Qualkommando, Elektrotot und Hakkiba sorgten für krassrabiate Bassintervalle. BPM-Rekord der Nacht lag Gerüchten zu Folge über 1000.

Im zweiten, kleinerem Floor gab es dann etwas humanere Töne. Nulle konnte mit flachem, treibendem, schnellem Frenchcore überzeugen. Auch seine DJ-Kollegen gingen ihr Ding ruhiger als im Nachbarfloor an im Gegensatz konnte das schon fast als Chill durchgehen. Die Anlage hier war nicht so überzeugend, und den DJ musste man auch hinter den Boxentürmen suchen Der tat einem fast schon leid, so alleine da dahinter.

Im Gesamten war die große harte Stube dichter besucht als die Kleine. Trotzdem hielt sich das musikalische Angebot der Nacht eine ausgewogene Waage. Man hatte immer die Option zwischen hart und brachial. Genial sind immer wieder lustige Trashsachen welche bevorzugter im kleinen Floor genossen werden konnten.

Die Bar war pfiffig und konnte mit allem was den Durst löschte mit humanen Preisen befriedigen. Derb war das Aufgebot unserer bundeslandbefohlenen gewissenhaften grün-weißen Brüder und Schwestern der öffentlichen Sicherheitsbranche. Wie Hyänen auf der Suche nach Nahrung durchforsteten sie akribisch alle Ausfahrten um das Gelände. Ordnung muss sein, aber da kann man diese Kapazitäten unserer Steuergelder schon mal lieber in das Aufsuchen von Kinderschändern und diversen Schmökels investieren ziemlich übertrieben, na ja vielleicht hat es ja was gebracht.

So hatten, Gerüchten zu Folge dann einige nach gewissem Glück die Möglichkeit zu Fuß nach Hause zu spazieren und gingen von dannen. Der Sonnenaufgang fetzte einfach nur und man konnte sich das Gelände mit seinen kultigen Ecken zu Nutze machen und die Nachsturm-Atmosphäre der Nacht genießen. So verabschiedeten sich zum Nachmittag immer mehr, einige sind noch eine Weile geblieben … .

PS.: Danke noch mal an den Herrn H. der mich zum freundlichen Herrn Gastgeber K. gebracht hat! (-:

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7 Kommentare

  1. Kubi schrieb:

    HeHe, gut das dich der Herr H. zu den Herrn K. gebracht hat, sind ja schließlich schicke Bilder und nen geiler Bericht!! Hoffe hattest deinen Spaß und ich fand es ja auch ma richtig geil!! Kannst gerne wieder langkommen!! Man sieht oder hört sich!! MFG!!

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:26

  2. Solarix schrieb:

    War ne Hammer Party… Mucke und Location waren echt sauber…
    Also bei der nächsten bin ich auf jeden wieder dabei!

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:26

  3. Kalwatt schrieb:

    War supi

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:26

  4. thetackytarget im ostcode schrieb:

    schöner bericht!

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:27

  5. Hakkiba schrieb:

    „…BPM-Rekord der Nacht lag Gerüchten zu Folge über 1000…“
    weit über 1000 bpm!!!!!!!!!!!!
    grad noch so feierbar, grenze war erreicht ansonsten wäre nur noch ein fiepen zu hören u das fetzt joa nicht

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:27

  6. PositiveUnruhe schrieb:

    Party war einfach nur GEIL !!!!
    Hoffe es geht weiter so mit Speedcore ……

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:27

  7. KaBo78 schrieb:

    Ein Anthrazit-Bericht bei AE-Pool,RESPEKT!!!
    Endlich mal wieder was anderes nach den ganzen House berichten…..

    Donnerstag, 18. Juni 2009 | 12:28


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