Aufbau einer Personenmarke: DJ

Das Buch erwähnte ich ja schonmal. Gestern fand ich nun mal Zeit, in den gut 150seitgen Klumpen reinzulesen und kann nur jedem DJ (oder der es werden will) ans Herz legen, einen großen Bogen um diese Publikation zu machen, denn wer sich nur halbwegs mit der Materie des DJings auskennt, wird in diesem quälend langweiligen Buch nichts Neues finden.

Autor des Schinkens ist Armin Kuhn (Foto), der sich mit dieser Doktorarbeit (?) durchaus als „Semi-Profi“ des Bereichs outet, imgrunde jedoch nur bekannte Dinge wiederkäut. Marketing-Strategien für DJs, belegt durch Gespräche mit internationalen und nationalen DJs und anderen Veröffentlichungen. Alles in schön schwurbeligem Wissenschafts-/Beamtendeutsch. Zum Ende ist ja dann der Großteil richtig, stimmt und kann unterschrieben werden. Aber wahrlich Neues kommt nicht heraus.

Darüber hinaus begeht Kuhn den Fehler, als wichtigen Push-Faktor, um als DJ Erfolg zu haben, eigene Releases anzuführen (seltsamerweise widerspricht er sich einige Kapitel davor). Nunja, das war vielleicht mal so. 2010, in denen Musik-Download-Portale vor neuen Tracks nur aus allen Nähten platzen, ist damit kaum ein Blumentopf zu gewinnen. Sicherlich sind eigene Releases wichtig, aber nur, wenn man schon einen gewissen Namen hat. Die Faktoren Hartnäckigkeit, langer Atem und Glück werden gleich völlig außer Acht gelassen.

Ebenso die Unterscheidung zwischen Künstlern in der Provinz und denen einer Großtstadt, für die jeweils ganz andere Marketingstrategien nötig wären, um aus ihnen „DJ-Stars“ zu generieren. Der von Kuhn gepriesene eigene Style macht auch keinen zum DJ-Star. Der Massengeschmack der potentiellen Fans dagegen wird von Kuhn nur gestreift, ebenso das Aufspringen auf aktuelle Hypes. Aber gerade diese Massenkompatibilität dürfte für diejenigen, die amtlich Kohle mit dem DJing machen wollen, der ausschlaggebenste Erfolgstipp sein…

[xrr rating=1/5]

Foto: Presse / Cover
Autor: Daniel
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