Interview: Blake Baxter & Tyree Cooper

Samstag, 20. März 2004 12:55 Uhr
Beitrag in News von Daniel 308

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Eigentlich müsste man sie gar nicht mehr vorstellen. Anfang der 80er ging das Geschehen um Detroit-Techno und House mit den beiden ins Rollen. Die Rede ist natürlich von Blake Baxter, der noch vor Kevin Saunderson oder Derrick May die Ruder in die Hand nahm, und Tyree Cooper, als einer der Pioniere der neuen Tanzmusik nach der populären 70er Disco-Welle. Beide sind nach den rund 20 Jahren immer noch frisch, was Ihre Aktvitäten als DJ’s, Label-Owner und Produzenten nur unterstreicht.

Die beiden Urgesteine wurden vom Redaktions- und Journalisten-Nachwuchs des Radio SAEK in Görlitz in einem kleinen Interview befragt.

Wann hast du angefangen elektronische Musik zu machen?

Tyree: Das war schon vor über 20 Jahren, 1983 um genau zu sein.
Blake: Bei mir ging es zwei Jahre später los, also 1985. Ich war damals Schlagzeuger in verschiedenen Bands. Wir spielten damals hauptsächlich Rock und Reggae oder machten einfach nur so Musik im Studio. Ich wollte damals was eigenes, neuartiger auf die Beine stellen

Tyree, du kommst ja aus Chicago, hattest du dort auch deinen ersten Resident-Job?

Tyree: Ja und zwar im Club „High Society“. Der liegt im berühmt berüchtigten Süden von Chicago.

Könnt ihr euren Style mal beschreiben, für Leute, die ihn nicht kennen?

Tyree: Also in erster Linie ist es natürlich House, ich würde sagen lustig und auf jeden Fall sehr tanzbar.
Blake: Mein Style ist ein bisschen Techno, ein bisschen House. Alles in allem eine gute Mischung.

Was denkst du über die House ­ Szene in Deutschland, Tyree.

Tyree: Hier find ich´s richtig geil, manchmal ist es hier aber auch ziemlich verrückt.

Es gibt ja Leute, die sagen, dass du die Housemusic mehr beeinflusst hast, als irgend ein anderer…

Tyree: Es ist natürlich eine Ehre, wenn jemand so was über dich sagt. Das bedeutet ja auch, dass du mehr geleistet hast, als du dir selbst zugetraut hast.

Was denkst du über die Veränderungen, die über die Jahre in der House ­ und Technoszene stattgefunden haben?

Tyree: Ich denke, dass jede Szene nur durch Veränderung leben und auch überleben kann. Alles muss sich kurz ­ oder auch langfristig verändern. Insofern ist das alles für mich ein völlig natürlicher Prozess.

Von euch sind ja ein Haufen Platten auf dem Markt. Mit wem arbeitet ihr bei den Produktionen zusammen?

Blake: Zum Beispiel mit Ben Sims aus England, Abe Duque aus New York und Tyree.
Tyree: Bei mir gibt’s da viele. Ich arbeite mit Leuten wie Rappern, Sängern und anderen Produzenten zusammen. Da wären zum Beispiel Blake Baxter, die Superman Lover aus Frankreich, Africa Islam, der ja auch noch mit Westbam zusammen produziert, und Eric D. Clark.

Was macht ihr eigentlich in eurer Freizeit. Hast du auch noch Zeit für deine Familie?

Tyree: Also für meine Familie reicht die Zeit überhaupt nicht aus. Sonst lese ich viel, mache irgendwelche Tracks und rauche ein Haufen….
Blake: Ich fahr gern Motorrad, spiel Basketball oder fahr Mountain Bike. Außerdem mach ich auch noch Kickboxen. Über meine Familie sage ich nichts, das ist mir zu privat!!!

Ihr seid in eurer Karriere wirklich ziemlich viel rumgekommen. Wo findet ihr es am schönsten?

Tyree: In Chicago. Aber auch in London, Prag, Frankreich, Deutschland und Spanien find ich es sehr schön. Am besten gefiel es mir bis jetzt aber eigentlich in Amsterdam.
Blake: Ich hab mich in Südamerika immer sehr wohl gefühlt. Schön find ich’s aber auch in Schottland und in New York.

An welchen Gig kannst du dich noch am besten erinnern?

Tyree: Schwierig, da gab´s ja so viele. Nun ja, eigentlich sind das zwei, zum einen der Club „M1“ in Stuttgart und zum anderen das „Manumission“ auf Ibiza.
Blake: Das waren zu viele. Aber ich bin wirklich dankbar für jeden einzelnen.

Blake, du hattest ja vor ein Buch zu schreiben, ist es denn jetzt fertig?

Blake: Zum größten Teil. Es ist eine Autobiografie, die alles hinter den Kulissen der DJ-Szene beleuchten. Sozusagen ein DJ-Buch.

Im April werdet ihr beide zum ersten mal im Nostromo in Görlitz spielen. Habt ihr den schon mal was von dem Club gehört?

Tyree: Nein, leider nicht.
Blake: Ich auch nicht, aber ich versuche immer Gig´s anzunehmen, um neue Locations und Regionen kennen zu lernen.

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