The Prodigy «Wie alles begann» (Martin Roach)

Wer meint, dass die Wartezeit der deutschen Übersetzung des KLF-Handbuchs zum Nr. 1 Hit schon zu lang war, wird mit dem Prodiyg-Buch «Wie alles begann» von Martin Roach eines Besseren belehrt. Satte sechzehn Jahre nach seinem Erscheinen (1994) in Großbritannien, veröffentlicht es der Hannibal-Verlag nun in einer deutschen Version.

Der Inhalt blieb, bis auf die Ergänzung der Discographie und einem Vorwort, gleich und beschreibt recht bildreich die Anfangszeit der vierköpfigen Punkband aus England. Martin Roach kennt die Jungs seit ihren Anfangstagen, begleitete sie oft und traf sich mit Ihnen mehrfach in den Jahren ihres Aufstiegs. Dieser war trotz seines Erfolges kein Zuckerschlecken und so reihen sich neben einer Vielzahl von Anekdoten um Auftritte, Rave-Kultur usw. auch interessante Hintergrundfakten zum Musik-Biz und Prodigys Abneigung gegenüber des Starkultes aneinander.

Durch die Beschränkung des Autors auf die Band, vermisst man eine kleine weitere Ausweitung der Rave-Breakbeat-Thematik auf andere Künstler. Die werden mit beispielsweise Altern 8 nur gestreift. Da das Buch jedoch die offizielle Bandbiographie ist, verzeiht man diesen Umstand. Was vielmehr stört, sind die übertriebenen Huldigen an Liam. Klar ist er der Kopf der Band und  ein Meister seines Fachs. Klar ist er ein Soundgenie und der breiten Öffentlichkeit durch das Überstrahlen der Frontmänner nicht so bekannt. Aber Roach trägt in einigen Abschnitten doch zu dick auf, was dazu führt, dass man diese Passagen in spätereren Kapiteln nur noch überfliegt.

Unterm Strich erhält man jedoch ein handfestes Prodigy-Buch, das mit dem Kennenlernen der Mitglieder beginnt und mit dem zweiten Album (Music for the Jilted Generation) und dessen Erfolg endet.


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Foto: PR | Cover
Autor: Daniel
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