Lucca «Reformation»

Weibliche DJs sind ja nicht so mein Fall. Zu oft verbargen sich hinter ansehnlicher Fassade wahre Ungetüme des Technik-Nichtbeherrschens und Chart-Hits-Abspielens. Meist ist es mit dem Produzententum ähnlich. Das Phänomen fasst mittlerweile auch jenseits Deutschlands in Polen, Russland und Tschechien Fuß. Schön, dass es bei Lucca noch nicht dazu gekommen ist.

Die tschechische Vertreterin der DJ-Garde ist dem Electro-/Techhouse zugetan und hat mit dickem Background im Rücken (Dancefield) nun ihr Album «Reformation» veröffentlicht. Dass sie dies nicht ganz alleine produziert hat, liegt auf der Hand. Und so erfreut es Kenner, im Kleingedruckten Christian Fischer, Jens Maiwald und Tobias Fiedler lesen zu dürfen. Die Produktion blieb also in hiesigen Gefilden.

Der Elf-Tracker ist solide produziert, ohne Haken und Ösen. Beinahe schon zu glatt und mit Snarestakatto und Synthmelodien schon eher in die Trance-Richtung schielend. Großteil der Tracks sind jedoch melodiöse und ruhige Tech- und Electro-House-Stücke die ohne Aufregung dahinplätschern («Jupiter», «Reformation») oder einem gehörig auf den Nerven herumtrampeln («Noise Tone», «Teleport»).

Große Ausnahme tatsächlich das eindeutig technoidere «Quantum», welches nicht nur schneller ist, als die anderen Tracks, sondern von Soundauswahl nicht zu sehr auf Wiedererkennung produziert wurde und dadurch für die Tanzfläche brauchbarer ist, als der Rest des Albums.

>>> lucca.cz


Autor: Daniel
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