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Alle Jahre lädt der Halma-König Sir Shandy Mox Mox zum Musik-in-freier-Natur-Spektakel in seiner Sommerresidenz, welches unter dem Volke der Einfachheit halber „House of Summer“ genannt wird. Auch ich nahm ich meine gesellschaftliche Verpflichtung wahr und hieß den Kutscher an: „Holla, Kutscher! Geleite er sie an die Lagune zu Hagenwerder!“

Zu abends waren die Meilen hinter uns gebracht, die Bediensteten begrüßten mich sogleich und ich bat um Audienz beim ehrwürdigen Halma-König. Emsiges Treiben konnte ich erblicken. Einige Spielleute boten bereits ihre Künste dar und ernteten reichlich Handgeklapper. Die von weit und fern angereisten Gäste waren den Klängen der auf schwarzes Gold gebannten Musici arg zugetan und brachten Mirko von B., Evok, Monomood und Holger von S. die nötige Ehrerbietung entgegen. Für die Erquickung der vom Tanze erschöpften Körper wurden reichlich Speis und Zeche für nicht zu viele Goldrandtaler angeboten. Das Fußvolk indes zog sich unterwürfig zurück und garte Fleisch und Brot am offenen Feuer.

Erholsame Stunden der Nachtruhe gab es derer wenig. Emsige Recken waren früh zu morgens wieder auf der Jagd nach gegorenen Gerstensäften und holden Mägden und verbreiteten heftigst Unruhe.

Zur Ertüchtigung mit einem Lederballe sammelten sich edle Herren und machten unter ihresgleichen den Besten aus. Nun zeigte auch meine Stundenkerze an, dass man sich zum großen Turniere des Halmaspiels zusammenfinden solle. Mir wurde die große Ehre zuteil, einen würdigen Nachfolger in das Amt des Halmamonarchen zu geleiten. Die wohl talentiertesten Hühen östlich des Elbflusses traten an und machten sich keinerlei Präsent. Ritter „Godmother-of-Destruction“ scheute nicht vor dem Gebrauch seines Morgensterns zurück.

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Der ehrwürdige Halmakönig Sir Shandy Mox Mox wachte mit kritischem Auge.

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Nach einem schier endlosen und vor hochgradig ausgefeilter Taktik strotzenden Finale setzte sich der kühne D.I.C durch und erkämpfte sich die Krone. Feierlich wurde er zum „Prinz Halma zu Hagenwerder“ ernannt.

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Immer mehr Schaulustige reisten an dem sich zu seinem Ende neigenden Tage an und gaben ihren Wegzoll vor den Toren des Geländes. Viele brachten magisches technisch Gerät zum Seelenfangen mit und wandten dies auf alle an, die nicht behende genug die Flucht ergreifen konnten. Neben vielerlei Augenschmaus körperlicher Art, kam aber auch die manuelle Malkunst nicht zu kurz. So gestalteten junge Talente der Farbsprühkunst nackte Wände in allen Farben so das es eine Wonne war. Auch flüssig Sonnenschein konnte der Heiterkeit keinen Abbruch tun.

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Die Musici in allen Arenen glich Engelszungen und bannte das Volk. Nicht wenige wähnten dunklen Zauber in dem Zelte des harten Gongschlages. Und so füllte sich der Vorplatz und die Akustik brachte die Magd wie auch Knecht in Trance.

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Man legte seinen Stundengläser ab und gab sich der Musici und dem Tanze bis in die frühen Stunden, in denen der Hahn zu krähen gedenkt, hin.

Im Zelte von Trommel und Bass luden Wossy und Alien Parker zum Tanze und bereiteten Körper und Geist große Freud. Knappe Uffs-Maul-Jens schloss hier den Reigen und brachte das wohl an Transpiration reichste musikalische Angebot zu spektakulärem Ende.

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Hexenwerk auch hier! Er spielte sich wie auch sein Vorgänger DJ Knox in Rage. Wie bin ich wohl gestimmt darüber, dass Sir Shandy Mox Mox solch eine tolerante und vorurteilsfreie Regentschaft pflegt. In anderen Königreichen – so heißt es – sei man nicht so offen für Musik und Gastschaft.

Offen war auch das von fern zugereiste Künstlerpaar Nôze aus den Landen des fernen Franzosenreiches. Sie boten Unterhaltung mit manch technischer Maschinerie und Maskerade, labten sich an exquisitem alkoholischen Getränk und an einer sie vergötternden Menschenmenge.

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Das Fest ging in den dritten Tag und der Himmel weinte darüber, dass es nun dem Ende entgegen gehen sollte. Viele brachen ihre Zelte ab und zogen in der Karavane weiter. Andere labten sich am kühlen Nass des Sees. Wieder andere träumten zu den sanften Tönen, die im durchweg gelobten Seelenbaumelbereich erklangen. Manch einer erlebte einen gar intensiven Traum und geisterte fern von Zeit, Raum und Bewusstsein in von fremder Hand angebrachter Kriegsbemalung umher. (Fall ein Künstler der schnellen Zeichentechnik dies festhalten konnte, so wäre mir ein Porträt manche Penunse wert.)

Aufs Neue ist es vollbracht. Gehabt Euch wohl!


Autor: Anne
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