5 Jahre Ocean Beach Bar

Montag, 7. Juli 2008 09:12 Uhr
Beitrag in Partyreview von Anne 387

Sonnenuntergang an der Talsperre Bautzen

Heute geht es ungewohnt zeitig auf Party. Ziel ist die Talsperre Bautzen. Gegen halb 9 roll ich am Stausee ein, die letzten Sonnenstrahlen kitzeln die Wellen des Wassers und ein einzelnes Anglerboot vervollkommnet den Anblick der sich rot verfärbenden Sonne.

Zu diesem optischen Genuss gesellt sich ein akustischer. Aus der Ferne hör ich leise angenehme Klänge. Ich folge der Musik und bewege mich in Richtung Ocean Beach Bar. Hier treffe ich mich mit dem Altmeister Shandy, der Vielen sicher als Urvater und Begründer von House of Summer bekannt sein wird. Gemeinsam genießen wir den Feierabend und lauschen der Musik.

Noch ist es übersichtlich, die Tanzfläche leer, stressfreie Bardamen schneiden Gurken und mixen damit erfrischende Trendgetränke. Tomby vom Soulfulhousecollective legt auf. Er spielt erstklassige House-Musik. Doch die Tanzfläche bleibt leer. Mittlerweile füllt es sich langsam. Es bilden sich Gesprächsgrüppchen, es wird getrunken, es wird minimal zur Musik gewippt, so minimal, dass man es auf den ersten Blick kaum sieht. Bekannte Gesichter gesellen sich zu uns, wir lachen und haben Spaß.

Dem Anschein nach ist Bautzen etwas überfordert von der ungewohnt qualitativ hochwertigen Musik, die hier geboten wird. Shandy ist zu der Zeit wohl der Einzige, der diese wirklich zu schätzen weiß. Schade, sehr schade! Er wollte eigentlich auch sowas spielen, schöne deepe House-Musik. Doch den ganzen Abend eine leere Tanzfläche? Das motiviert nicht gerade sehr.

Bautzen steht

Auch musikalische Kompromisse bewegen nichts. Jedoch wippt jetzt schon ein geschätztes Viertel der Gäste zur Musik mit, bevorzugt der Teil, der sich um die Tanzfläche herum positioniert hat. Sowas kann ich mir nicht ansehen und beschließe, einfach mal den Anfang zu machen, auch wenn es nun nicht genau meine Musik ist. Ich finde sogleich eine liebe Freundin, die der selben Meinung ist und wir tanzen, während Bautzen rumsteht und guckt. Erst als die ersten Gäste, die sich ihrem Verhalten nach scheinbar auf einem Dorffest wähnen, ihren persönlichen Feierpegel erreicht haben, trauen sie sich zu uns und stehlen uns sogleich die Show. Dem wollen wir natürlich nicht im Wege stehen, ziehen uns zurück und genießen die Darbietung der zwei.

Unverändert verstreicht auch diese Spielzeit und F. George übernimmt die Regler. Das Tempo steigert sich, die Musik wir kommerzieller und siehe da – die Tanzfläche ist voll. Zum Dorffestpublikum gesellt sich die Guck-mal-wie-ich-feiern-kann-Fraktion. Man lacht, man tanzt, man trinkt, man macht mal schnell Pause, positioniert sich, richtet die Frisur und das Dekolleté, lächelt in die Kamera und feiert weiter.

Meine Feierlust schwindet. Das Einzige, was mich hier noch hält, sind einige liebgewonnene Partygesichter. Nach und nach verabschieden sich aber auch diese, fahren heim oder ziehen ein Haus weiter. Ich bin hin und her gerissen. Halt ich das noch aus? Eigentlich nicht. Wie groß ist die Chance, dass Dusk meinen Ohren noch etwas Qualität bietet? Ich überbrücke die Bedenkzeit mit Gesprächen und freue mich, dass mein Körper sich dann doch noch einmal zum Tanzen entscheidet. Dusk spielt gewohnt erfolgssicher. Mir gefällt der Beat, der sich mir nicht aufdrängt und mich trotzdem vorantreibt, aber ich fühle mich zunehmends unwohl. Ich entschließe mich spontan zur Heimfahrt. Die Party war ok, nicht das, was ein Feierwütiger als Highlight bezeichnen würde. Standard eben, zumindest für Bautzen.

>>> oceanbeachbar.de

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Ein Kommentar

  1. Raiko schrieb:

    … trifft den Nagel auf den Kopf ;o)

    Montag, 7. Juli 2008 | 16:33


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