Harmonic 313 «When Machines Exceed Human Intelligence»

Mark Pritchard kann man getrost als Vorreiter der UK-Bass-Music bezeichnen. Die ersten Releases brachte er zusammen mit Tom Middleton unter dem Namen Link unters Volk. 1991 noch auf dem eigenen Evolution-Label, welches als Reaktion auf die Rave-Kultur entstand und mit für das Auslösen der UK-Elektro-Welle verantwortlich ist. In den Folgejahren kamen weitere Projekte hinzu: Reload, Jedi Knights und 2000 dann Harmonic 313. Letzteres besteht bis heute, ist auf Warp beheimatet und haut aktuell sein frisches Album «When Machines Exceed Human Intelligence» auf den Markt.

mark_pritchard_pr2008Dass britische Produzenten auf Bass stehen, ist ja hingehend bekannt und so übt sich auch Harmonic 313 in tiefer Zuneigung der tiefen dreckigen Basslines. Stilistisch in einer Mischung aus DubStep und Retro-Elektrosounds (oder TripHop?) wird so ziemlich alles ausprobiert, was die niederen Frequenzen so hergeben. Ob sphärische fast schon dem Ambient nahe Tracks wie «No Way Out», «Call To Arms», «Köln» oder das tiefe Endzeit-Futurstimmung verbreitende «Cyclotron», welches auch zusätzlich als C64-Hommage enthalten ist – das ganze Album flirrt nur so vor Energie und spielt diese bei den Auf-die-Mütze-Stücken dann so richtig aus.

Der fette HipHop-Track «Battlestar» rotzt herrlich vor sich hin und hat schon beinahe was von Krust, jedoch ohne die Synths zu vergessen, die einem immer noch in Erinnerung rufen, dass man es hier mit einem Elektronik-Act zu tun hat. Highlight ist für mich das gigantische «Word Problems». So ein deep groovendes und funktionales DubStep-Teil habe ich schon lange nicht mehr gehört. Unaufhörlich gräbt sich der Rhythmus in alle Poren und gewinnt durch die Robo-Stimme noch mehr an Wucht. Ein Track, den man sich immer und immer wieder anhören möchte.

Herr Pritchard kann aber auch noch den Ur-Elektro und wäre schön blöd, wenn er das nicht nochmal allen unter die Nase reiben würde. «Flaash» ist so ein Teil und hätte so auch zwanzig Jahre eher erscheinen können. «Don’t Panic» dann als moderne Auslegung des Elektro. Verspielt in seinen Elementen aber mit einer geradlinigen Grundstruktur, der es Spaß macht zu folgen; wippend oder träumend. Dass kann man zu guter Letzt eauch mit «Falling Away», welches man am ehesten als R’n’B-Soul-Track des Elektro bezeichnen kann. Vertrackelt und dennoch um passende wimbelnde Melodien ergänzt, schmeichelt sich die klare und dennoch leicht reibige Stimme von Steve Spacek (!K7, Jazzy Sport, Los Angeles) in das Arrangement.

«When Machines Exceed Human Intelligence» ist ein Hammer-Album geworden, brilliert durch seine unangestrengte Vielfalt an elektronischen Mischmasch-Sounds und zieht nicht nur Grooveliebhaber auf seine Seite.

Der Killer-Track Word-Problems läuft übrigens auf der schicken Flash-Seite von Harmonic 313 als Background-Musik. Unbedingt anhören: >>> harmonic313.com


Autor: Daniel
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