Altbewährt, Kontrovers, Frisch – Zehn Jahre Pleasure Unit im Kesselhaus Singwitz

Zehn Jahre Pleasure-Unit. Pflichttermin! Ausnahmezustand! Leider auch beim Wetter: Denn das ist schlechter als all die Jahre zuvor.

Zum Glück haben wir dem Schnee getrotzt und uns über eisige Wege eingefunden. Wir waren nicht die einzigen. Der Stammparkplatz war nicht mehr zugänglich, aber für eine gute Party stapft man gern mal ein paar Schritte durch den Schnee. Der Witterung zum Trotz hatten die Intensiven mehrere Feuertonnen zwischen Garderobenwagen und Eingangsvorbau zum Einheizen aufgestellt – super Idee, die gerne angenommen wurde. Angenehmeres Licht als der einstige rote Strahler. Gemütlichkeit. Hier wurde es einem warm ums Herz. Das reichte uns aber nicht, also rein zum Noch-wärmer-Tanzen!

Musikalisch gab’s eine bunte Mischung auf den Weihnachtsteller. Beginnen wollen wir unsere Reise im als buntesten bekannten Bereich des Kesselhauses, dem Main-Floor. Heute gar nicht so grell bunt wie sonst, was sehr positiv auffiel. Vielleicht waren auch nur paar Beamer kaputt? Mal nicht jeder Makel des Gegenübers perfekt ausgeleuchtet – danke! Die Klänge der Microbodies lockten uns hinein. Ja, sie luden einen zum Tänzeln ein. N.o.k. bringt frischen Wind in die Görlitzer Bande. Das kommt an, das wurde sofort und ohne zu zucken in Bewegung umgesetzt.

Und so haben auch alle artig weitergetanzt als das Headliner-Duo Kafka/Gunjah übernahm. Die Musik verlor den Biss, man tänzelte gemütlicher vor sich hin aber nur weil man zur Pause zu faul war… An der wie immer nett geführten Bar und den leckeren heißen Adventswürstchen vorbei… aus dem Raum… weiter in die Lounge.

Hier gab es ein Generationentreffen der Ohrenschmausbäcker. Ronn Leash, der lokale Nachwuchs packte seine Lieblingsmusik aus. Ein Genuss! Und auch Wossy, der Weise, ließ sich nicht lumpen und holte eine bunte Mischung aus dem Sack. Mission: Einschläfern – sehr erfolgreich umgesetzt! Mission: Hey! Wieder aufwachen! – durch sanfte Breaks nur teilweise erfolgreich. Der Rest wurde persönlich geweckt und heimgebracht. Na gut, nicht ganz. Wir wollen ja den emsigen Taxifahrern nicht ihre Erwerbsgrundlage rauben.

Vor dem Einschlafen versuchten sich viele im Keller zu verstecken. Das Dresdner Duo T.S.B.I.N knackte hier die Nüsse. Sie aromatisierten mit einer Spur Dub (komischerweise auch schon mal ohne Sub-Bass – wie heißt das dann eigentlich). Hier wurde gefeiert bis das Licht ausging. Na, dann eben weiter im Finstern. Hier und da gab’s ja noch ein Strobo. Mensch, so müsste das immer sein – so duster wie Kellermucke!

Die Jungs vom Cannibal Cooking Club bauten schon auf. Heftiges wurde erwartet… Das Metronom heute auf mittleres Normaltempo gestellt, die Bewegungen der Tänzer dafür intensiver. Erst im letzten Drittel ihres Liveacts kam der vermisste Schuss Schärfe. Trotzdem sehr gelungen!

Monomood rüttelte schließlich die letzten Reserven aus dem Tanzvolk, teilte seine ganz eigene Interpretation des ‚kleinen Trommlers‘ mit den Harten, die bis in den Morgen dazu abgehen wollten. Also der Trommel bisschen Bass beigemischt, wobei der Anschluss an die Chaosköche zu abrupt von statten ging – ein Teil der Leute wollte lieber weiter gerade Beats. Dann aber Trommelbass, bis auch die Letzten nicht mehr stehen konnten.

Oben wurde noch artig weitergetanzt, als Dusk und Black Vel ins Ruder griffen. Sie ließen die Besatzung über die gewohnt hochwertigen sanft treibenden Wellen treiben. Kapitän Dusk segelte dann die letzten Tanzwilligen noch sicher in den Feierabend, oder sagt man besser -tag?

Mit den Jahren wird es deutlich, wie sehr sich einige mit der Tradition ‚Intensivcrew im Kesselhaus‘ verbunden fühlen, wie hart und intensiv jede Party vor- und nachbereitet wird, wie viele Zahnräder das Ding ‚Party‘ jedes Mal am Laufen halten. Mit einem weinenden Auge vermisst man dabei jedoch einige Wegbegleiter der vergangenen Pleasure-Jahrestage, die dazu beigetragen haben, dass viele schöne Stunden und Partyerlebnisse unvergesslich bleiben.

Anne (Entwurf)
Robert (Lektor)

>>> intensivcrew.de


Autor: Anne
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