PopUp Messe & Partys im UT, Ilses Erika & Distillery Leipzig

Samstag, 10. Mai 2003 00:00 Uhr
Beitrag in Partyreview von Daniel 61

Die Messe:
Früh um sieben wurde aus den Federn gesprungen, um pünktlich in Leipzig einzutrudeln. Trotz Baustelle war der Weg zum Werk II recht einfach und so konnte es in die Tiefen des Messerummels gehen.

In Reih und Glied standen Stände von Independent Pop-, Rock- und Electronic-Labels friedlich nebeneinander und verschmolzen mit der sicher rekordverdächtigen Besucherzahl zu einer Suppe aus Musikkennern, -machern und -interessierten fernab des Mainstreams.

Vinyls und CD’s wechselten zu Messepreisen die Besitzer und das ein oder andere PreListening von Stand zu Stand versüßte das Warten auf die zukünftigen Releases.

Auf der PopUp Bühne dominierte bis auf wenige Ausnahmen dann doch eher der PopRock, was aber vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Voller ging es manchmal nimmer…

Die Partys
Nach kurzen Zwischenstopps in Hotel, Kino, Restaurants und der Milchbar pirschten wir uns gegen 11 Uhr abends in die Leipziger Südstadt vor, wo wir die schlimme Erfahrung machen durften, dass des nachts alle Katzen grau sind.

Dank Stadtplan Gewühle offenbarte sich dann doch das UT Connewitz vor unseren Körpern und ab da ging sie los, die Reise in die fantastischen Locations Leipzigs.

Das UT von innen mit einer riesigen Decke und exzellenter Beleuchtung wurde Hort minimal kickender Sets von unter anderem Force Inc. Mann Frank Bretschneider. Die Musik wurde größtenteils im Sitzen auf ausrangierten Kinosesseln genossen, was die Musik und die elektronische Lebenskultur unter einem ganz anderen Aspekt erleuchten ließ.

Ohne zu trödeln und wieder unter aufwändiger Zuhilfenahme des Stadtplanes wurde die Clubpilgerfahrt ins Ilses Erika fortgesetzt.

Freunde, diese kleinen Clubs lieben wir. Niedrige Decken, verwinkelte Steingewölbe, Rundbögen; alles in zarte Lichter und interessante Dekoideen gewoben. Gefühlskalt, wer dort nicht kleben blieb.

Der vordere DJ Floor wollte nicht so recht voll werden, doch das lag sichtlich an dem erst fantastischem Freestyle Set im Mainfloor und dem darauf beginnenden LIVE Gig von Moonbuggy. Freestyle Beats und zart vertrackt verspielter Electro ließ eine interessierte Zuschauermeute bis kurz vor die kleine aber ausreichende Bühne wippeln und wackeln, dass es eine Freude war zuzusehen und den Klängen zu lauschen. Brilliant.

Letzte Station dann das Distillery, hatten sich doch dort elektronische Klänge vom WMF Team und TechHouse Ikone Håkan Lidbo angekündigt.

Der Reihe nach. Wir trauen es uns nicht zu sagen, aber verirrt haben wir uns trotzdem wieder, fanden dann aber doch den abgelegenen Club. Überraschenderweise.

Einlass durch den smoothen Garten und ab ging es in den Vorraum zum Housefloor, von dem uns schon saftige TechnoHouse-Klänge entgegen strahlten.

Die Anlage 1A. Nicht zu laut aber trotzdem mit kräftigem Druck. Fiepende Ohren auch hier Fehlanzeige. Nach dem DJ-Set von einem der Moon-Harbour Jünglinge wurde die obskur mysteriöse Karoplane dann vom DJ Tisch gezogen und Håkan Lidbo begann seine LIVE Technik in Gang zu werfen.

Der Sound war elend genial. Kickend, minimal und trotzdem die übliche Portion jazzige Funkyness, die die Menge verwoben im Housefloor mit drallen Lichteffekten hin- und herwabern ließ.

Ähnliches spielte sich im Keller ab. Während zu Beginn noch eher Zuhören angesagt war, wandelte sich die ruhige Elektronik nach und nach in Richtung Tanz – Stylehopping inklusive. 4/4 Beats, Broken Beats gemischt und geschüttelt. Perfekt, wenn auch manchmal zu abrupt. Aber es soll noch einmal jemand sagen, für Elektronika gibt es in Sachsen kein Publikum.

Gegen vier mussten wir dann doch die Segel streichen, das frühe Aufstehen und die Tagesaction forderten ihren Tribut und wir machten uns auf den (wieder sehr langen) Weg ins Hotel.

Die PopUp Messe mit Ihren Veranstaltungen dürfte wieder einmal bewiesen haben, dass elektronische Musik und deren Subkultur noch lange nicht ausgestorben ist. Die Fusionen und Offenheit zu anderen Stilen hin, wie man sie in den Clubs erleben konnte, dürfte dies mehr als bewiesen und die nächste Auflage im Jahr 2004 gesichert haben.

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