Während der Woche hat man etwas von einer schönen kleinen Party gehört. So richtig weiß man nicht wer auflegt, aber bei den beiden Veranstaltern kann man von gängiger Musik ausgehen. Eine Mail mit einer höchst komplizierten Anfahrtsbeschreibung trifft ein. Also auf geht es zu einer ziemlich verlassenen Lichtung irgendwo in der Zittauer Ecke.

Nicht gleich auf Anhieb gefunden das Gelände, dafür ein paar Nachtangler aufgeschreckt. Kurz nach 21 Uhr ist noch nicht viel los. Ein Pavillon mit zwei farbigen Funzeln über dem DJ-Set, ein Boxenpaar, Getränke zu Spotpreisen werden direkt aus einem Kofferraum verkauft, ein kleines Lagerfeuer brennt. Die passende Musik liefert EM-KEY: Entspannte Musik zwischen Deep House und farbigem, organischen Tech-House. Was braucht man mehr für eine perfekte Party? Langsam treffen immer mehr Leute eine. Man kennt viele Gesichter. Es ist ein wunderbar relaxtes Beisammensein. Zu Marc Fabiens typisch zackigem Deep-House versuchen sich die ersten mit Tanzen.

Irgendwann geht das Licht und die Musik aus – jaja so ein Notstromaggregat muss ab und zu mit Diesel gefüttert werden… Just in diesem ruhigen und fast dunklem Moment fahren zwei weitere Autos vor: Ach meno – die Freunde in Grün haben es gefunden – Scheiße! Es entsteht eine Diskussion über Brandschutzvorschriften und ob das Gelände privat oder öffentlich wird. Einige Beamte werden nervös und schnauzen rum. Am Ende muss das Feuer gelöscht werden aber die Musik darf weiter laufen – wenn auch leiser. Der Notstromer ist wieder flott – Shandy ist an der Reihe und fängt irgendwo zwischen Deep und Chicago-House an.

Schön ist es – dennoch geht es weiter. Die Fahrt führt ins Görlitzer Basta! Das alternative Jugendzentrum feiert mit einer Metal-Party Geburtstag. Das spannende an der Geschichte: Nach den Metalbands wollte der Booker unbedingt Drum´n´Bass hören und hat daher den Herrn Monomood gebucht. Mal sehen was passiert und wie das Publikum reagiert… Erst mal ist Zeit sich kurz umzublicken: Das Basta! entspricht dem Klischee eines solchen Hauses: ein morbider Charme gepaart mit liebevoll und kreativ gestalteter Einrichtung. Highlight: Im Raum des Tontechnikers steht auf dem Mischpult ein leerer Suppenteller. Wäre ein Foto Wert gewesen… Während die letzte Band spielt, ist der Raum gerammelt voll. Pogo oder auch nur Umfallen sind absolut unmöglich, so dicht gedrängt steht das Publikum.

Mit reichlich Verspätung fängt Monomood an und findet sofort sein Publikum. Ausgelassene, ja sogar exzessive Feierei zu treibendem und abwechslungsreichem D´n´B. So heftig, dass irgendwann eine Box umkippt – nichts passiert, hingestellt und weiter geht’s. Das Kontrastprogramm funktioniert. Und bei nüchterner Betrachtung wird man feststellen, dass es von der Aggressivität und dem „Krach“-Faktor der Musik durchaus Parallelen gibt… So manch eine Oma würde jedenfalls beides als unsinnigen Lärm einstufen ;)


Autor: Robert
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