Kennt Ihr Partyroutine? Sie kommt langsam dahergeschlichen, man hat schon noch Spaß, trifft nette Leute, hört gute Musik – aber etwas Besonderes erlebt man doch nicht. Umso mehr freut man sich, wenn die eine oder andere Veranstaltung es doch schafft einen wirklich bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Und letzten Samstag haben wir gleich zwei solche Veranstaltungen erlebt. Kaum zu glauben…

Zunächst führte der Weg nach Großhennersdorf, vorbei an einer bekannten Disco, bis sich irgendwo im Ort die „Alte Bäckerei“ fand. Urige Bar die als Lounge diente, ein Raucherraum, ein leergeräumtes Programmkino als Tanzfläche. Keine Mordsdeko – wäre in der Bar unpassend und der Floor hatte so einen dunklen, schlichten Charme. Dicke Anlage, etwas zu laut vielleicht. Entscheidend aber: die Musik. Von den Marsmellows habe ich noch die letzten Deep-House-Platten mitbekommen, ehe Sven Weisemann mit seinem Feuerwerk begann. Einmal durch das House-Genre und zurück. Und das mit einer Plattenauswahl die den Titel Auswahl verdient. Keine wahllos gekaufte Platte – jede Platte hatte Ihre Berechtigung und ich staunte, wie ein 22-jähriger derart viele hervoragende alte Platten besitzen kann. Präsentiert wurde das Ganze bei recht hohem Tempo und mit viel Energie. Das man die Effektsektion des Mixers auch mal anders nutzen kann, zeigte der Berliner ein ums andere Mal ganz nebenbei. Ich war hin und weg…

Nach dem Verspeisen eines Geburtstagskuchens am Auto samt Schwatz mit Freunden und Bekannten hieß es dann langsam Aufbruch. Natürlich nicht, ohne sich nochmal an Weisemanns Können zu ergötzen.

Die zweite Station des Abends hieß Singwitz. Auf Grund des späten Erscheinens haben wir leider das von allen Seiten gelobte Kellerwarmup von Coline verpasst. Man kann halt nicht alles haben… Die letzten Minuten von Adam Weishaupt hatten wir dann aber noch: wunderbar vorwärts treibend. Fast keine Auslebfläche mehr – der Keller voll und tobend.

Girard sorgte nach einem Einstieg mit Daft Punk dann doch eher für Langeweile – Zeit sich oben umzublicken. Hier begeisterte Merchy Pop die (diesmal nicht ganz so großen) Massen durch frische, unverbrauchte Platten. Allen gemein: dunkle, massive Basslines und cooler Groove. Irgendwie schon technoid das Ganze, aber doch mit ausreichend weiblichem Esprit. Endlich mal was Neues auf die Ohren! Anschließend gab es nochmal Julia Lautner auf die Ohren, die bereits das Warm Up besorgt hatte.

In der Lounge stellte sich die Frage – Einschlaf-Chill oder Wachmach-Beats nicht. Präsentiert wurde Letzteres mittels funky Minimal durch die Faderfuckers. Auch hier ein dickes Lob – kein belangloses Klickerklacker, nein eine ausgewogene Mischung aus Verspultem für den frühen Morgen und Flächigem für den Lounge-Charakter. Der ein oder andere „missbrauchte“ die kuscheligen Sofas dennoch als Lager seines ausgezehrten, alkoholisierten, übermüdeten Körpers.

Derweil übernahm Dusk oben die Regie, ließ die übrigen Feierwütigen, die bekannten Gesichter über den endlich freien Floor schweben. Nun ist die Nacht geschafft, man kann sich gehen lassen. Keine Rücksicht mehr auf herumstehende Getränkehalter, nur noch Musik im Kreise Gleichgesinnter. Mit geschlossenen Augen bekamen viele auch nicht gleich mit, dass der untermalende Gesang gar nicht zur von der Platte kam, nein, da stand inmitten der Tänzer und Träumer die kleine zierliche Merchy Pop mit Mikrofon, das Kabel quer durch den Raum, und lies ihr Goldkehlchen erkligen, begleitet von einem zuckersüßen Lächeln.

Die Momente, für die man auf Party geht (und den Robert durch zu zeitiges Heimgehen verpasste…)

By Robert & Anne


Autor: Robert
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