Geburtstagsfeierei im K16

Im K16 wurde Geburtstag gefeiert und es gab es ein reichhaltiges musikalisches Buffet für die technophilen Gäste. In der Nacht zum Sonntag machten wir uns also auf den Weg nach Löbau.

Geburtstag… wieder ein Jahr geschafft. Eine Stufe weiter, ein Level höher. Wie auch immer man es betrachtet, es gibt nichts dran zu rütteln, dass man älter wird. Nur wie geht man damit um?

Gerade in der Partylandschaft vollführt sich ein Generationswechsel viel schneller als man es aus anderen Lebenslagen gewohnt ist. Während der Fahrt nach Löbau schwelgt man noch in Erinnerungen, lässt alte Partys Revue passieren, erinnert sich ans Studio 3, an die eigenen ersten Erlebnisse im lausitzer Clubleben.

Angekommen erkennt man, dass man keinen mehr kennt. Die nächste Generation ist bereits nachgerückt. Vielleicht auch schon die übernächste? Die Musik ist jedoch die alte. Zumindest aus unserer Sicht. In der Halle wird gerockt, als ob es kein morgen gibt. Hier ist der Sound unbekannt, begeistert die Massen. Schön, die alten Klassiker im neuen Glanz zu erleben.

Sie funktionieren immernoch, klingen nicht verstaubt. Teilweise zeitloser Sound drückt durch die Boxen. Es ist als wäre die Zeit stehen geblieben, als wären die Jahre wie weggefegt. Auch ne Art mit dem Älterwerden umzugehen. Einfach das machen, womit man seine Jugend verbindet, seine beste Zeit. Leben in der Vergangenheit…

Andere gehen anders damit um, nehmen jede Mode mit, gehen mit der Zeit. Sind sich für Trash und Mainstream nicht zu schade, jagen der Jugend hinterher. Erlangt man sie dadurch wieder? Muss man echt jeden Scheiß mitmachen?

Electric Ballroom schmettern den Massen das entgegen, was sie haben wollen. Oder nehmen die einfach nur alles,  was sie vorgesetzt bekommen? Wie kann man eigentlich die Jugend zum Blick über den Tellerrand bewegen, wenn sie tagtäglich von diversen Mainstreamsendern überflutet wird?

Heute Abend wurde mir zugesteckt, dass die benachbarte Großraumdiskothek einen Taler mehr Eintritt verlangt hat. Gute Ausgangslage – die Chance muss genutzt werden. Wer zumindest einen Hauch musikalisches Interesse zeigt, zieht auch gern ein Haus weiter. Zeigt den jungen Wilden neue Welten! Das ist das Los des Veranstalters… Massentauglichkeit vs. musikalischer Erziehungsauftrag.

Ab in die Lounge um weiter drüber nachzudenken. Hier ist die Zeit auch stehengeblieben. Sanfte Electroklänge verzaubern mein Ohr. Schön, dass es diese Rückzugs- und Erholungsoase gibt. Schade jedoch, dass sie recht lieblos und kühl wirkt.

In den Morgenstunden leben auch drüben wieder die alten Zeiten auf. SixtenVait findet sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten wieder, nimmt uns mit in die gute alte Zeit. Und da bleiben wir heut auch.

Mit Fackeln im Sturm beendet Wossy Project die Loungebeschallung und die Zeitreise. Drüben geht’s noch weiter, doch uns schwinden die Kräfte. Man wird eben alt…


Autor: Anne
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