Früher Sonntag morgen und wir verabschieden uns aus der Tanzwerkstatt. Wir nehmen noch irgendeinen Typen mit nach Bautzen, weil seine Leute ihn sitzen ließen. Ein Horror-Szenario für jeden Mitfahrer… Im Auto ein kurzer Rückblick.

Beinahe unerträglich war die stickige und extrem zigarettenschwangere Luft gewesen. Die Temperaturen enorm. Aber irgendwie trug gerade dies zur Atmosphäre bei und ließ sogar Erinnerungen an so manche längst vergangene Nacht aufkommen. Fast wie in der Feuerwache, sagte jemand… Die Feierei war spätestens ab 2 Uhr so extatisch wie annodazumal. Ein wildes Geschrei, Gejauchze und DJ-Angefeuere. Gunjah hatte sich auch ordentlich Mühe gegeben mit dem ihm eigenen Potporie zwischen den Genres elektronischer Tanzmusik. Vielleicht hat auch die lange Wartezeit auf den unpünktlichen Wahl-Berliner dazu beigetragen?!

Die Wartenden wollten jedoch genau dies nicht tun und nutzten das extra-lange Warm-Up-Set von Libell erst zögerlich, später entschlossen, zum frenetischen Feiern. Das minimale Musikspektrum wurde auf der wunderbaren Anlage in voller Farbenpracht vorgestellt. Nicht sehr innovativ, aber offensichtlich äußerst funktionell.

Mit zwei auf den Punkt passenden Dias war die Lounge optisch verschönert worden. Ich glaube, so lange habe ich mir noch nie Partydeko angesehen. Akustisch verschönerten EM-KEY und Frank Davis diesen Bereich. Wobei letzterer eine größere Bandbreite zeigte und damit stärker meine Aufmerksamkeit erreichte.

Wir fahren also sehr zufrieden zurück. Allein nicht länger durchgehalten zu haben, betrübt einen Augenblick lang. Der unbekannte Mitfahrer besticht wähend der Fahrt mit skurillem Humor und Selbstironie. Grinsend heim Fahren fetzt!

Mit etwas mehr Mut beim Booking und damit verbundener größerer musikalischer Überraschungen, könnte die Tanzwerkstatt ein absoluter Top-Termin werden. Das Publikum, die Organisation, die Anlage stimmen. Und auch aus der Location wurde viel herausgeholt.


Autor: Robert
Das könnte Dich auch interessieren:

93 queries. 0,523 seconds.