Einstöpseln und spielen

Da war es nun Samstag und ich sollte ein Set in der Krone zur Plug’n’Play-Party bestreiten. Nun denn, mit den Barmiezen mit und tatsächlich mal wieder eine Veranstaltung von Anfang bis Ende erlebt.

Die Stadthalle füllt sich spärlich, Sammy Fernandez und sein Percussionist Okan Fé stehen etwas desillusioniert auf der Bühne und sind kurz danach komplett verschwunden. Irgendwann versucht Okan noch ein paar Klänge aus seinen Congas zu locken. Ihm fehlt aber die Wucht; die schon etwas gewachsenere Publikumsmenge merkt davon kaum was. Die Musik passt. Klassische abwechslungsreiche Housemusik mit Singen.

Auf dem kleinen Floor eine Überraschung. Ich hatte mich getäuscht. Bei Etschka von den Vegastars erwartete ich den üblichen technoid angehauchten Electrohouse-Kram. Blödes Vorurteil, spielte er nämlich gar nicht. Es war doch schon saftiger Techhouse und Techno. Auch bei Jason Lancer, den ich ehrlich gesagt nie ernst genommen hatte (was wohl an seinem Allerwelts-DJ-Vornamen liegt), irrte ich mich gewaltig. Der Junge spielt doch tatsächlich Techno. Mitwippen ist angesagt, andere tanzen bereits ausgelassen.

Wie ein Schlag ins Gesicht ist da der LIVE-Gig von Funkwerkstatt auf dem Mainfloor. Langsames unspektakuläres Geplucker und ein wild im Unterhemd tanzender Sänger, den man kaum hört, was auch besser so ist. Einfach nur langweilig. Wenigstens macht es Polina Play besser und bringt Schwung auf die Tanzfläche.

Zwei Uhr. Ich bin dran und platziere im Halbdunkel meine Technik. Jason Lancers Platte läuft aus und ich starte mein Drum’n’Bass-Set. Viel neues britisches Getrommel, Klassiker, sicher auch ein paar Hits und spätestens mit Ray Charles‘ „Hit The Road“ die Meute im Griff. Ich pendele von Ragga zu Jazz, von TechStep zu Jungle. Passt alles und mir läuft der Schweiß in kleinen Bächen das Gesicht runter. Ich tropfe.

Die Zeit vergeht wie im Flug. Jason Lancer steht mir im Rücken, will auch noch was von der Partymeute haben. Soll er. Ich gehe mich aklimatisieren. Also ich wiederkomme, ist Etschka mit dabei und bolzt bis zum Ende mit. Schön machen die das. Ich sitze auf dem Sofa, warte auf meine Mitfahrgelegenheit und kippe Punkt 9 Uhr morgens mit einen Fiepen im Ohr aber zufrieden ins Bett.


Autor: Daniel
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