Aktuelle Kategorie: Kolumne

Ich habe gestern die Diskussionsrunde GEMA = GEMAin? im Distillery via Stream verfolgt. Im Nachhinein bin ich doch recht überrascht, wie ergiebig das Gespräch geworden ist, auch wenn es gerade von Seiten des Publikums eher destruktiv zur Sache ging.

Enttäuscht wurde ich etwas von Daniel Stefanik, der sich zwischenzeitlich in seiner eigenen Polemik verfing und zu emotional wurde. Eigentlich schade, da seine anfänglichen Statements und sein geballtes Wissen zur Clubkultur gegenüber dem GEMA-Verteter Uwe Dorn klar und hilfreich waren.

Der war überraschend gründlich vorbereitet und versuchte sichtlich Licht in die GEMA-Strukturen zu bringen. Sein Vortrag zeigte, dass er gewillt ist, sich mit dem Thema Clubs auseinanderzusetzen, jedoch immer noch gehörige Fehl- und Unterinformationen innerhalb der GEMA vorhanden sind. Erhellend beispielsweise der Moment, als sich herausstellte, dass die Dresdener Showboxx bis dato noch keine Veranstaltungen mit Tonträgern angemeldet hatte. Eine Beweis, dass Lokalitäten völlig falsch von der GEMA eingeschätzt werden aber auch eine Bestätigung Dorns Worte, dass mindestens 30 Prozent der Veranstaltungen nicht oder falsch gemeldet werden. Sein: «Die GEMA ist ehrlich», sorgte dennoch für laute Lacher. Mehr lesen »


Autor: Daniel

In den letzten Wochen gab es schönwetterbedingt weniger Updates auf der Seite. Jetzt geht es weiter mit neuem Technikkram, hat sich ja doch schon einiges angesammelt. Wer es noch nicht gesehen hat: Seit August habe ich die Partydates wieder eingeführt. Von daher, wo ich nämlich jetzt wohne: Leipzig. Versuche das Ganze gut aktuell zu halten. Über Hinweise und so freue ich mich natürlich.


Autor: Daniel

Die GEMA schlächtet derweil auf mehreren Feldern. Die erhöhten Forderungen zu Urheberrechtsabgaben gegenüber Youtube sind bekannt. Ebenso der Gegenwind des Mutterkonzerns Google in Form eines geschickten Anti-GEMA-Marketings.

Nebenbei verhandelte die Gesellschaft über eine neue Tarifreform für Musiknutzung zu Veranstaltungen, kam zu keinem Konsens mit den Vertretern der DEHOGA (Branchenverband des Gastgewerbes) und Co. und legte bockig die neuen Tarife selbst fest. Diese gelten ab 1. Januar 2013 und sollen laut GEMA dank übersichtlicher Struktur Betreiber kleine Musiklokalitäten oder Veranstaltungen entlasten. Wer jedoch genau zusammenzählt entdeckt die Milchmädchenrechnung hinter der Reform. Ein Großteil der Veranstalter, Bars, Musikkneipen, Diskotheken und Clubs muss deutlich mehr an die GEMA abführen. Mehr lesen »


Autor: Daniel
Was soll ich an DJ-Gage verlangen?

Jeder kennt sie. Die utopisch wirkenden hohen Gagen an der Spitze stehender DJs. Die Beträge sind hoch, vierstellig und bestärken den Mythos des schnell verdienten Geldes beim DJing. Die Realität sieht ein wenig anders aus und muss berücksichtigt werden.

Abzuführende Umsatz- und Einkommenssteuer lassen die Gage schrumpfen. Hinzu kommt, dass man für einen (auswärtigen) DJ-Gig locker mal 24 Stunden unterwegs ist. Plus die Zeit, die man im Vorfeld dazu nutzt, Tracks zu sortieren, taggen und testen, Equipmentkonstellationen zu probieren sowie nach neuen Tracks zu recherchieren. Neues DJ-Equipment kostet, ebenso neue Tracks.

Was heißt das nun für den aufstrebenden DJ?

Zuvor. Es gibt keine allgemeingültige Gagentabelle. Darum halte ich mich auch mit Empfehlungen zurück. Nur soviel: Solange alles als Hobby zählt und die Gigs sich nicht häufen, muss man nicht viel kalkulieren. Hier hilft es, sich zu orientieren, was andere DJs in gleicher Position nehmen und den eigenen Marktwert einzuberechnen. Mehr lesen »

Foto: sxc/yochim
Autor: Daniel
Jedes Dorf sollte eine Gute-Laune-Parade haben

Angesichts der aktuellen Loveparade-Tragödie wächst die Kritik an Massenveranstaltungen mit solch übertriebenem Konzept. Auch den einstigen Sinn der Sache trifft dieser kommerzielle Menschenauflauf nicht einmal mehr ansatzweise. Warum also nicht wieder zurück zum Ursprung…? Mehr lesen »

Foto: Anne
Autor: Anne
Von phasenabhängigen DJ-Namen

Damals war nicht alles besser, sondern nur anders. Auch die DJ-Namen. Während in den 70/80ern das Künstlerpseudonym bezeichnend sein musste (Grandmaster Flash, Kool DJ Herc…), war es später en vogue ein „DJ“ vor seinen Namen zu platzieren. Danach konnte der Name nicht abgedreht genug sein, gerade in der elektronischen Musik.

Daraus bildete sich eine Art Namenskonvention für Künstler der plattendrehenden Zunft und eine Vielfalt, die bis heute anhielt. Das macht das Flyerlesen zu einem lustigen, manchmal auch haarsträubendem öfter aber auch anerkennenden Vergnügen. Bis heute.

Folgten damals die DJs auf der Oberkante des „Underground-Mainstreams“ eher nur dem Fluss des Musikstyles, sind es jetzt zusätzlich die eigenen Namen, die daran glauben müssen. Denn die ganzen Paul Kalkbrenners, Oliver Koletzkis, Thomas Schumachers, Daniel Stefaniks und Marko Fürstenbergs da draußen leuchten mit dicker Vorbildfunktion.

So genügt es dem eigenen Anspruch nicht mehr DJ Soundso zu heißen oder ein Fantasiewortwerk zu bemühen, nein, es werden jetzt Vor- und Zuname gewählt. In blindem Wahn natürlich die echten auf der Geburtsurkunde prangenden, was einem (wenn es mal was mit der DJ-Karriere werden sollte) schnell zum Verhängnis werden dürfte (Stichwort: manische Fans).

Ich mache mir es allerdings zu einfach, begrenzte ich es auf schnödes Mit-dem-Strom-schwimmen. Es exisitiert ja nun auch dieses mehrere Millionen Nutzer schwere Jahrbuch mit weißer Typo auf blauem Grund. Und dort liegt das Hinterteil des Hundes begraben. Mit dem echten Namen wird man dort natürlich viel schneller gefunden und Freunde-Sammeln geht mit dem privaten Account auch viel fixer.

Die 2000er prägen die DJ-Namenswahl also weiter.
Freuen wir uns auf 2015, wo sich alle DJs nur noch mit Ziffern bezeichnen werden.

DJ 5000 formerly known as Daniel


Autor: Daniel
10 Dinge, die man als DJ am Abend so zu hören bekommt

Seit Jahren tingele ich von Party zu Party und fast genauso lange stehe ich als DJ hinter den Plattentellern. Jetzt habe ich es geschafft.

Die TopTen, was man am Abend hinterm DJ-Pult von den Gästen zu hören bekommt.

  1. „Jawolll!!!“
  2. „Ich bin auch DJ!“
  3. „Wann ist hier heute denn Schluss?“
  4. „Kann ich auch mal zehn Minuten?“
  5. „Wie nennst Du Dich als DJ? – Soundso – Aha, Du bist scheiße!!“
  6. „Hast Du was von den HotBananas?“
  7. „Damals: Mach‘ mal die Musik lauter – Heute: Kannst Du die Musik bissl leiser machen?“
  8. „Kann ich meine Jacke bei Dir ablegen?“
  9. „Mein Kumpel hat ja <besseres System/Player/Technik> als Du hier.“
  10. „Mach‘ mal <Stroboskop/Nebel/Scheinwerfer> aus.“

Autor: Daniel
10 Dinge, wie man sich bei der Barbedienung beliebt macht

Und hier ein weiterer Teil der 10-Dinge-Reihe.
Seit Jahren tingele ich von Party zu Party und genauso lange sehe ich den Nachtleben-Leuten bei ihrer Arbeit zu. Jetzt habe ich es geschafft.

Zehn bombensichere Tipps, wie man sich bei der Barbedienung beliebt macht, wenn gerade besonders viel zu tun ist:

  1. Mit Fünf- und Zehn-Cent-Stücken bezahlen.
  2. Immer wierder nach ihrer/seiner Telefonnummer fragen.
  3. Hinter die Bar gehen und helfen.
  4. Sagen, dass man sie/ihn liebt.
  5. Erst wenn sie/er den Preis sagt, nach dem Geld kramen.
  6. Den Rest vom Caipi in den Eisbehälter hinter der Bar schütten.
  7. Laut und rhythmisch mit den leeren Flaschen auf den Tresen klopfen, damit sie/er weiß, dass Du etwas zu trinken haben möchtest.
  8. Die weibliche Barbedienung mit Püppi ansprechen.
  9. Die männliche Barbedienung mit Püppi ansprechen.
  10. Sagen, dass man jetzt die Freigetränke für den DJ holen wolle.

Und immer daran denken:
Solange man noch „Bier“ sagen kann, bekommt man noch eins!


Autor: Daniel
Was wird aus Vinyl?

Ich hatte nie mit dem Gedanken gespielt oder es je zu fragen gewagt; doch ich glaube, Vinyl wird als Handwerkzeug für den DJ langsam an Bedeutung verlieren. Nicht so langsam wie in den letzten Jahren, die Kurve nach unten wird steiler. Was schade ist, denn das Bestreiten eines Sets mit den schwarzen Scheiben hat eine gewisse Dynamik, für den DJ und für die Zusehenden. Das Eindrehen, das Lesen der Rillen, die Aufschluss über Geschwindigkeit, Breaks und Flächen geben oder auch irgendwie die Sammelleidenschaft in Zusammenhang mit der Haptik und dem kognitiven Speichern der Titel im Gedächtnis. Man merkte sich die Cover, nicht die Namen. Mehr lesen »


Autor: Daniel
Schleichende Revolution

Ok. Der Titel ist vielleicht etwas gewagt, aber es ist schon interessant, den Verlauf der elektronischen Tanzmusik (und deren Nachzieheffekt in die Provinzen) zu betrachten. Denn jetzt ist es soweit. Der Prozess ist schleichend, geht dennoch vorwärts und sorgt wieder für fröhliche Gesichter auf den Tanzflächen: Ja, die Musik wird wieder housiger.

Damit meine ich nicht die Housemusik allein. Die gab es immer und gerade US und UK haben da wegweisende Veröffentlichungen, die nahezu unerkannt an Europa vorbeigehen. Auch Leute wie Sneak, denen ja schon lange eine Abwesenheit von der Bildfläche beschieden worden ist, haben mehr Veröffentlichungen in den mageren Housejahren, als so mancher französischer Hype-Produzent.

Ich meine vielmehr das Gros der Produzenten, die man als feste Instanz sehen kann, und von denen man seit Jahren (teilweise sogar Jahrzehnten) Releases präsentiert bekommt. Bei ihnen hat man gemerkt, wo der Hase läuft. Erst wurden die Tracks electroider und französisch distorted, dann kam die Minimal-Ära, die sich rasch ausbreitete, doch jetzt…

Jetzt kommt die lockere Housemusik zurück. In den letzten Monaten konnte man die Versüßlichung des 4/4-Genres geradezu schmecken und nun purzeln mir täglich Tracks in Postfach, die den Funk und Disco in die Musik zurückbringen. Nicht im Sinne vom klassischen House, sondern eher in der Verspieltheit von Melodien und Arrangements und Sampleauswahl. Was Villalobos begonnen hat und mit anderen Releases mal mit einem Saxophon oder einer Posaune an die Oberfläche kam, schwimmt nun ganz oben.

Ich find das toll.


Autor: Daniel
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