Aufrgund des Displays ein wenig mini und hakelig, aber schon ganz neckisch…
DJing in den 2000ern unterscheidet sich doch schon um einiges zum DJing in den Neunzigern oder davor. Genügte es damals noch seine Platten zu ordnen, steht man heute nicht nur als Digital-DJ oft auf verlorenem Posten. Vor und nach einem spielen ebenso Künstler mit illustrem Technikpark und die Pulte erscheinen zusehends unübersichtlicher.
Das steht man da. Laptop, Digitalmixer und weitere MIDI-Teile dürsten nach Spannung und die einzige vorhandene Steckdosenleiste am DJ-Pult platzt bald aus allen Nähten. Ein kleiner Steckdosenverteiler bewirkt Wunder. Die eigene Technik hängt übersichtlich an einer Leiste und bringt man dem Techniker auch noch ein paar Bier von der Bar mit, stöpselt er den ganzen Kram auch noch in “seinen” Strom. Wichtig. Berappt ein paar Euro mehr für einen geraden Stecker. Winkelstecker finden in überfüllten Dosen eher selten Platz.
Wenn etwas zu dem zählt, was am meisten vergessen wird, sind es die Stromkabel für den Laptop und den Rest des MIDI-Parks. Zuhause noch schnell Tracks geordnet, das Setup geprobt oder einfach nur gesurft und beim Packen des DJ-Koffers das Kabel vergessen. Lieber einmal mehr kontrolliert, als am Abend in einer fremden Stadt panisch ein identisches Kabel zu suchen oder beten, dass während des Gigs der Akku hält. Timecode-DJs sollten zudem darauf achten, ihre Timecode-Platten/-CDs nicht zu vergessen.
Das hat doch jeder zumindest einmal erlebt. Man beginnt sein Set und sieht nur, wie der vor einem spielende DJ den Kopfhörer aus dem Mixer zieht, seine Sachen packt und geht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird einem schlagartig bewusst, dass man seine eigenen vergessen hat. Mit viel Glück überlässt einem der Nachfolge-DJ seine Muscheln. Mit viel Pech, gibt es mal einen amtlich schlechten Mix. Da hilft dann nur noch brillante Trackkenntnis und eine Flasche Jägermeister zum Lockerwerden.
Im halbdunkel vernebelten Club liegt das DJ-Pult oft in tiefe Schwärze getaucht. Dort sein Equipment anzustöpseln oder auf dem Boden nach heruntergefallenen Dingen suchen, offenbart sich als ein ganz neues einschneidendes Erlebnis. Licht muss her. Kein schlagstockähnlicher und netzhautablösender Superhalogen-Strahler – ein kleines LED-Licht mit einrastbaren Powerschalter reicht aus. Zur Not genügt auch ein Handyfotolicht. Profis haben sowieso immer eine umschnallbare Kopf-Lampe dabei.
3,5mm-Klinke auf RCA-Cinch-Stereo. Wer länger dabei ist, kommt jetzt ins Schwitzen, denn diese Adapterkabel sind beliebt und schnell eingebüßt. Kein Wunder. Nützlich zum Andocken jedes MP3-Players am Kopfhörerausgang; überbrückt man somit peinliche Laptopcrashs. Andersherum kann vom Rec-Ausgang auf kleine portable Aufnahmegeräte mitgeschnitten werden. Nicht minder nützlich (gerade für DJ-Teams) ist ein Kopfhörerausgangs-Splitter. Jeder behält seine Kopfhörer auf und das lästige Getausche der Muscheln hat ein Ende.
in kleinen Venues sucht man vergeblich einen CD-Player am DJ-Pult. Daher erweist sich statt der Not-CD ein mittels Adapter (siehe V.) angeschlossener MP3-Player als sehr nützlich. Während eines Laptop-Crashes, MIDI-Ungereimtheiten oder einfach nur plötzlicher Soundstille spielt das auf Pause geschaltete Abspielgerät seine Stärke aus. Sollte übrigens ein langer Titel sein, damit in Ruhe nach dem Soundproblem gesucht bzw. der Laptop ohne Hast neu gestartet werden kann. Aufgeladen sollte der Player selbstverständlich sein.
Zu guter Letzt die Grundausrüstung. Ein bisschen Gaffertape hilft, eigene Verkabelungen zu fixieren. Lärmschutz bewahrt vor Ohrenschäden durch bis zum Anschlag aufgedrehte Monitorboxen. Wer jetzt meint, man solle sie doch einfach leiser drehen, hat noch nie sein Equipment installiert, während scheinbar halbtaube DJs vor einem spielten. Da ist es auch gleich ganz praktisch, ein paar Medis wie Kopfschmerztabletten mit im Gepäck zu haben. So seltsam es auch klingt, packt etwas zu Essen ein. Ein paar Power-Riegel, Schokolade oder ein klassisches Wurst-Brötchen bewahren vor dem Kollaps während eines mehrstündigen Sets.
Uhh. Oliver Koletzki polarisiert mit seinem Sound ja desöfteren. “Mückenschwarm” war Vielen zu plump, “U-Bahn” und Co. des Großstadtmärchen-Albums zu anheischend und auch sein Album “Lovestoned” mit Fran in der Koop wird Eindruck hinterlassen, denn so wie das relativ passable “Hypnotized” von 2009 will es nicht klingen.
Ich will nicht um den heißen Brei herumreden: jammernde und sich in Hochtönen suhlende Gesangsproduktionen mit deutschem Text meide ich wie die Pest. Und so flog das Koletzki-Album wie selbstverständlich in hohem Bogen aus meinem Player. Da rettet auch der relativ angenehme Produktionsmantel nichts mehr; oder wie ein guter Freund sagte, den ich hier gern zitiere: “Mit Singen ist scheiße, ohne geht’s”. Wenigstens ist das Cover schön.




Holla. Selbst das Pressekit zum Summerspirit hat schon satte 280MB. Anständig. Und wenn man das auf das Festival überträgt, kann man sich sicher sein, dass auch da geklotzt wird. Ein Schwung LIVE-Acts (u.a. Bill Youngman, Rexus, Ley & K-Paul) und eine Sardinenbüchse voll DJs (u.a. Oliver Koletzki, Jack Flash, Felix Kröcher, Emerson…). Ich habe nicht gezählt, dürften aber locker über einhundert Acts sein, die sich in den fünf Hangars tummeln.
Huch. Johannes Heil war für mich immer der böse Bube im Technogeschäft. Weiß gar nicht warum, machte hinter den Reglern eigentlich immer einen sympathischen Eindruck. Ein bisschen lotterig. Nicht ganz so schlimm, wie Jake The Rapper, aber doch ein polarisierender Hingucker. Das Promofoto zum neuen Loving-Album jedoch. Puh. Der liebe DJ von nebenan. Und dann dieser Hut… ich wollt’s erst gar nicht nehmen.
Egal. Wichtig ist der neue Longplayer. Zwölf Tracks und mit 78 Minuten Spielzeit mal ordentlich ausgereizt. Alle Tracks glänzen in Heils ganz eigenem Style glasklaren Sound und voluminöse Komplexität in sich vereint ohne sich zu überfrachten. Heil sperrte sich ja immer der Verminimalisierung von Techno und bleibt auch mit Loving anständig maximal.
Dennoch ist das Album ruhiger und verspielter als sein Vorgänger. Knackige Floorfiller wie das heißgeliebte “Frieswing” sucht man vergebens. Soll nicht heißen, dass die Tracks Tanzflächeninkompatibel wären. Nein, im Gegenteil. Johannes’ Produktionsweise hebt selbst den knallenden Downbeat-Track “Hallelujah” (Sound, den ich eher von Pritchard erwartete hätte) auf die DJ-Teller. Mit “To The Groove” hält dann auch die Funktionalität Einzug, wennauch mit dem Stab volle Mütze retro. Mit “Loving”, dem letzten Albumtrack, dann sogar DeepHouse.
Imgrunde nun gar nicht mal so übel. Stiltreu mit ein paar Schlenkers zur Seite. Schön geworden.




Ich nehme alles zurück und behaupte das Gegenteil. Der Markt wird jetzt nämlich doch mit DJ-Controllern überschwemmt. Nahezu jeder Technikhersteller packt ein solches Gerät in sein Portfolio. Der Markt bleibt zwar immer noch übersichtlich, aber es herrscht immerhin etwas mehr mehr Auswahl. Zum Beispiel American Audio. Die Technics-Clones des in Los Angeles sitzenden Herstellers hatte ich ja schonmal in Gebrauch und war davon sehr angetan. Solide Verarbeitung, zugstarker Motor und sehr angenehmes Arbeiten (Sechs-Stunden-Set). Ein gutes Zeichen für den VMS4-Controller, dessen Vorteil nicht nur der Preis von rund 400 Euro sein dürfte.
Der grobe Überblick lässt es schon erahnen: der einen guten halben Meter breite VMS4 besitzt alles was man zum Steuern seiner digitalen Tracks braucht. Ein näheres Hinsehen bestätigt die Vermutung. Die Anordnung der Elemente ist klar. In der Mitte liegt das 4-Kanal-Mischpult mit EQ und Co., links und rechts davon die Tranport-Sektion mit den beiden berührungsempfindlichen Jogwheels, Loop-Sektion und Pitchreglern.
Novum dürfte das kleine Trackpad in der Mitte des Mixers sein, sowie die zwei zuweisbaren 10-Bit-Touchpads, auf die man via MIDI beispielsweise den Pitchfader oder aber das Scrollen durch die Tracklist legen kann. Ausgeliefert wird der VMS4 mit Virtual DJ 6 LE, fertige MIDI-Mappings für Traktor Scratch Pro werden zum Download auf der American Audio Seite angeboten.
Bleibt nur noch ein Blick auf die Anschlüsse. Symmetrischer XLR-Master-Ausgang, dazu ein RCA-Master- und Monitor-Ausgang. Anschlüsse für bis zu vier externe Geräte (2x Phono/Line, 2x Line) und 2 XLR-Mic-Buchsen komplettieren neben USB und Stromanschluss die Rückseite. So kann das mit einem Audio-Interface ausgestattete Gerät auch als Standalone-Mixer verwendet werden. An der Vorderseite befinden sich die für jeden MIC-Kanal getrennten 3-Wege-EQs + Gain und die Zuweisungsdrehregler für die Kanäle und Faderkurven. Ebenso der Kopfhörerausgang und -Gain.
Im Oktober bekommt Bautzen einen neuen Club. Lang genug hat’s ja gedauert. Wir von ae-pool sind als Support mit im Boot. Flyer wächst größtenteils auf meinem Mist. Beim Booking wechseln sich Coline und ich ab. Ausgerichtet ist der Voodooclub (so heißt das gute Stück in der Steinstraße nämlich) auf Techhouse, Minimaltechno, Techno und vielleicht lässt sich der Betreiber auch mal zu Drum’n'Bass überreden. Ich sehe zudem zu, immer mal wieder LIVE-Acts reinzubekommen. Über (bezahlbare) Vorschläge und Tipps freue ich mich natürlich.
Zum Interieur kann und darf ich noch nicht viel sagen. Fakt ist, der Club besitzt einen Floor und den Ton genehmigen wir erst, wenn sich die Bauchdecke abhebt. Partys steigen jeweils monatlich und den Anfang machen am 9. Oktober Christian Fischer, der ja – was seine Releases angeht – ganz schön umtriebig ist und kaum noch in Deutschland spielt. Als LIVE-Act kommen Dreher & Smart, die ja ein anständig nach vorn gehendes LIVE-Album rausgehaun haben. Dazu Coline und meine Wenigkeit Reydan.
Ende nächster Woche soll auch die Web-Seite starten:
>>> voodooclub-bautzen.de
Vorsicht, noch ganz heiß. Ein angenehmes House-Set von Mr. McNeill & Effective Res. Schlicht groovend und verspielt. Nur der Tribal zum Schluss ist nicht so mein Fall.
Mr. McNeill & Effective Res (Nickdawg)-Tech House Jam Session 8.15.2010 by Mr. McNeill
Da schrieb ich erst noch, dass es in Sachen Auswahl bei All-In-One-DJ-Controllern nicht gerade rosig aussieht, da legt Denon mit einem DJ-Controller nach. DN MC-6000 heißt das Teil und ist mit 46 Zentimeter Breite und 25 Zentimeter Tiefe gute fünf Zentimeter kleiner als sein zeitnaher Konkurrent von NI. Zugeschnitten ist er auf Traktor und Virtual-DJ, verheiratet sich dank MIDI aber auch jede andere Software mit ihm.
Das Wichtigste vorweg, wie auch der Xone:DX von Allen&Heath verbaut Denon als Basis einen kompletten mit 45mm-Kanalfädern bestückten 4-Kanal-Audiomixer. Das bedeutet neben drei Eingängen für Line und zwei für Phono auch amtliche XLR- sowie RCA-Master-Ausgänge. Ein integriertes USB-Audio-Interface findet sich ebenso wie eine umfangreiche Mikrofonregelung und Crossfaderzuweisung an der Frontseite. Die Mix-Sektion bleibt bei Altbewährtem. In der Mitte leuchtet der Drehregler zur Navigation durch die Playlist, dazu kommen EQ, Gain & Co.
Auch im Playerbereich findet man sich schnell zurecht. Nur der Pitchfader ist ungewöhnlich platziert und etwas versteckt. Das gute zehn Zentimeter große und berührungsempfindliche Jogwheel ist hochauflösend. Am oberen Ende kommen die Loop-Sektion und vier Effekt-Potis zum Einsatz, was trotz logischer Anordnung etwas unaufgeräumt erscheint.
Der Denon DN MC6000 ist für knapp 1.000$ ab Herbst erhältlich.
In Europa dürfte sich der Preis bei knapp 900,- Euro einpegeln.
Vor ein paar Wochen tauchte bereits ein Viral auf, jetzt bestätigt Native Instruments alle Vermutungen und Gerüchte um den neuen Traktor-Controller. Der Traktor Kontrol S4 reiht sich in die momentan noch recht kurze Riege der All-In-One-DJ-Controller ein. Neben Vestax VCI300, der Reloop Digital Jockey 2 Master Edition, Allen&Heath Xone:DX und ein paar kleineren Herstellern, war der Markt ja bisher nicht gerade üppig gefüllt.
Das S4 ist mit einer Länge von einem halben Meter nicht gerade klein, was allerdings für die Haptik des Gerätes spricht. Die Tiefe passt sich mit 30 Zentimeter der Technik auf den DJ-Pulten an, ist mit nur 5 Zentimeter recht flach und mit guten 3 Kilogramm noch relativ leicht. Die Aufteilung orientiert sich am typischen DJ-Setup. Was sofort ins Auge sticht, ist die eigenwillige Anordnung der Jogwheels im oberen Bereich. Diese sind dank berührungsempfindlicher, vinylartiger Bedienung und magnetischen Bremsen griffig und intuitiv.
Die Transport-Sektion unterhalb der Wheels wirkt aufgeräumt und bietet haptisch ein ebensolches Feeling wie beim Traktor Kontrol X1. Ideal also für große Finger. Neu ist die Möglichkeit, Samples auf die Buttons zu legen, was Dank der neuen Traktor-Version möglich ist. Diese basiert auf Traktor Pro, wurde aber speziell auf den S4 zugeschnitten. Eine (eingeschränkte) Nutzung des S4 über Traktor Pro oder andere MIDI-fähige DJ-Software ist allerdings auch möglich, ein zusätzliches externes Audio-Interface ist dabei nicht nötig, da es im S4 bereits integriert ist.
Der 4-Kanal-Mixer ist üppig ausgestattet. Die Faderwege sind ebensolang wie bei der Pioneer DJM-Serie, sehr präzise und mit je einem 3-Band-EQ belegt. Regler für Kopfhörer und 6,3mm-Klinke-Eingang finden sich an der Vorerseite, der regelbare Mikrofon-Eingang an der Rückseite. Prominent in der Mitte des Gerätes prangt der Loop-Recorder. Ein Killerfeature, was sonst nur DJ-CD-Playern oder höherwertigen Mixern vorbehalten war.
Die weiteren rückseitigen Anschlüsse sind übersichtlich. Zwei analoge Phono/Line-Eingänge (über die sich in zukünftigen Softwareversionen auch Timecode-Quellen einbinden lassen) müssen als Inputs reichen. Dazu kommen eine Buchse für Fußschalter, MIDI-In/-Out sowie der Ein-/Ausschalter und USB-Eingang. Wichtig wäre noch, dass der Controller einen externen Stromanschluss benötigt. Betreibt man ihn nur unter USB-Power, wirkt sich das allerdings nur auf die Kopfhörerlautstärke und die Tastenhelligkeit aus.
Der Traktor Kontrol S4 erscheint Ende 2010 und wird für 899,- Euro erhältlich sein.
Für 169,- Euro mehr, gibt es ein robustes Flightcase dazu.